Vorsätze für’s neue Jahr? Eher nicht.

Ich habe bewusst auf einen Jahresrückblick verzichtet. Meinen Blog gibt’s noch nicht so lange und ich finde, da ist ein Ausblick vielleicht schöner. Und das mit den Vorsätzen halte ich für sehr schwierig.Wie haltet ihr es so mit Vorsätzen? Mir bedeuten sie nicht viel. Emel nicht am Ende des Jahres. Mittlerweile habe ich viele Erfahrungen gemacht und wenn ich eines gelernt habe ist es unter anderem auch, dass Veränderungen immer erfolgen können und auch sollten, wenn sie denn angezeigt sind. Es liegt immer an uns selbst.

Im letzten Jahr hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen meiner Weiterbildung als Trageberaterin einen Kommunikations-Workshop zu besuchen. Ein wirklich sehr gelungener Tag. Ich habe neue, interessante Menschen kennengelernt und am Wissen eines sehr eindrücklichen Referenten teilhaben können.

Zum Ende dieses Workshops waren wir aufgefordert uns drei Ziele zu notieren und deren Umsetzung festzulegen. Lange habe ich darüber gebrütet, bis ich zum Schluss gekommen bin, dass ich gar keine solchen Ziele habe, auch nicht haben möchte. Das Jahr 2016 und das zuvor haben für mich schon sehr viel Veränderung gebracht – Trennung, Scheidung, neue Partnerschaft, so dass ich eigentlich einfach nicht mehr gross ein Bedürfnis verspüre, etwas zu ändern.

Andere haben sich Ziele vorgenommen wie jeden Tag etwas im Haushalt zu machen, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen oder ähnliches. Viele haben sich für diese Veränderungen den darauffolgenden Montag angesetzt. Den dazwischen liegenden Sonntag schenken wir uns noch, schmunzel. Ich frage mich, wie viele dieser Vorsätze an jenem Montag tatsächlich umgesetzt wurden und auch heute noch anhalten. Und das meine ich nicht wertend. Wenn ich aber von mir ausgehe, wären das auch für mich durchaus Ziele gewesen, aber ich hätte sie so niemals angegangen. Das wäre eine Alibi-Übung gewesen, aber das ist natürlich subjektiv.

Meine Wünsche waren und sind noch immer die gleichen: ich möchte jeden Tag mindestens einmal glücklich sein und hätte gerne bis zum Ende des Jahres 2016 eine Halbmarathondistanz geschafft.

Die Umsetzung dafür war auch klar. Glückliche Momente muss ich mir eben bewusst machen. Das fällt mir oft nicht einfach in den Schoss. Gerade an üblen Tagen muss ich mir diese bewusst, bewusst machen und den Moment, in dem ein Lächeln über meine Lippen huscht, weil mein Kleiner das Wort „Eisbären“ so süss zu sagen versucht oder mein Grosser mir eine kaum zu beantwortende Frage stellt oder mein Schatz mich einfach so beim Vorbeigehen kurz in die Arme nimmt, fest tackern. Als glücklichen Moment.

Die andere Sache ist auch klar, ohne Fleiss keinen Preis! Ohne Training keinen Halbmarathon. Und dabei ist es für mich keine Büez, ich mag den Sport und nutze fast alle sich mir bietenden Gelegenheiten. Aber manchmal muss ich sie mir erkämpfen, wenn sie sich nicht ganz so einfach ergeben. Das ist meine Challange in diesem Punkt.

Und das jeden Tag auf’s Neue. Ohne festgelegten Termin und von Herzen, weil ich es will, denn so ist es echt und funktioniert – auch über das Jahresende hinaus und ohne Terminvorgabe.

Gut, das mit dem Halbmarathon hat nicht geklappt. Das Training hat zu Gunsten des Zusammenzugs mit meinem Partner und der Operation zurückstehen müssen. Aber so what – ich war immer dran und bleibe dran. Es spielt doch eigentlich nicht so die Rolle, in welchem Jahr ich es wirklich packe oder ob überhaupt. So lange das Training mir wirklich wichtig ist und Spass macht. Oder?

So gehe ich dann auch das neue Jahr an. Ohne spezielle Vorsätze, die ich dann sowieso nicht umsetze. Immer vornweg nehmen, mir treu bleiben und für das kämpfen, was mir wichtig ist. In jedem Augenblick und nicht nur pünktlich auf den Ersten.Ersten.

Beitragsbild: das Bild ergab sich pünktlich zum Jahresende und ich musste es einfach fotografieren. Dieses Kafferahmorakel ist doch eindeutig eine rennende Mami, nicht?

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