Fit als Mutter? Ja gerne!

Sophie von kinderlachenelternsachen.com hat zu einer Blogparade aufgerufen. Ich mag Blogparaden und wenn das Thema #mamismachensport lautet und damit perfekt zu meinem Blog und mir passt, kann ich meine Finger einfach nicht stillhalten *hmkhm*, das versteht sich oder?

Naja, heute versteht sich das. Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ich mich selbst nicht damit identifizieren können und kopfschüttelnd weg geklickt. Ich war die Unsportlichkeit in Person. Als ich vor etwa zwei Jahren zusammen mit einer guten Freundin wieder eher unmotiviert mit Nordic Walking begann, hatte ich noch nicht einmal Sportschuhe! Man stelle sich das vor! Meine ersten beiden Runden drehte ich also notgedrungen  in einer Art Freizeitschuhen zum Schnüren und kassierte logischerweise mehr als nur eine Blase dafür. Sportliche Menschen mochte ich nicht besonders, zum einen weil ich ihre Euphorie null-komma-null nachvollziehen konnte und wohl auch, weil ich ein wenig neidisch war. Heute bin ich eine von denen, über die ich damals die Nase „rümpfte“. Sachen gibt’s  ;-).

Zugegeben, es ist nicht immer leicht. Meine persönliche Challenge besteht nicht darin, mich auf zu raufen sondern darin, Zeit für’s Training zu finden. Es ist oft herausfordernd, Familie und Beruf und Sport und was da alles noch so an ganz normalem Alltag dazu kommt unter einen Hut zu packen. Besonders weil letzteres, also der allgemeine Alltag, so unplanbar ist. Ihr kennt das? Und vor allem dann, wenn Mami sich nicht mit einmal einer halben Stunde pro Woche zufrieden geben will.

Meine Organisation richtet sich nach meinem Ziel. Und das lautet: ich möchte mindestens zwei Mal pro Woche trainieren können. Am Liebsten drei Mal und alles was sich sonst noch so anbietet ist willkommen und wird genutzt, wenn ich nicht gerade krank bin. So wie momentan *ürks*. Und das wo am Samstag das Swiss Season Opening in Kerzers stattfindet, ich mich „oh weiser Entscheid“ nur für die 5 Kilometer angemeldet habe und noch immer mit Antibiotika meine 3. Blasenentzündung in Folge auszukurieren versuche. Mal ganz abgesehen davon, dass ich deshalb und wegen einer äusserst hartnäckigen Erkältung die letzten drei Wochen kein einziges Training hatte. Aber gut, item.

Also musste ein Plan her und ich musste anfangen, über meine Grenzen zu denken: ich habe angefangen einmal pro Woche über Mittag zu laufen, wenn ich arbeite. Das verlängert zwar meine Mittagspause beachtlich, weil’s mit dem Rennen allein ja nicht gemacht ist und ich mich danach wieder einigermassen ansehnlich machen muss, dafür muss ich keine extra Hüeti organisieren und geduscht habe ich auch schon. Daran musste ich mich gewöhnen, weil es mir lange zu mühsam erschien. Heute trainiere ich manchmal sogar zwei Mal pro Woche in der Mittagspause, während der Laufsaison.

Ein weiteres Training erfolgt in der Regel einmal im Verlauf des Wochenendes, wenn die Jungs bei ihrem Papa sind.

Das dritte Training mache ich meist an meinem 3. Arbeitstag nach Arbeitsende. So muss ich mich auch hier nicht separat mit einer Hüeti organisieren. Und wenn das Training über den Mittag oder am Abend wegen anderer Termine ausfallen muss – was natürlich oft passiert – verlege ich es auf die Kindergartenzeiten des Grossen und nehme den Kleinen im Wägeli mit. Oder gehe widerwillig auf’s Laufband, was gut geht auch wenn die Jungs zu Hause sind (aber halt einfach nicht so spassig ist). Und ab und an greife ich mal auf eine zusätzliche Hüeti oder meinen Schatz zurück, wenn das Training sehr arg gelitten hat oder ich merke, langsam unausstehlich zu werden ;-).

Natürlich, wenn ich während der Kindergartenzeit vom Grossen trainiere, bleibt zu Hause das Badezimmer ungeputzt oder die Wäsche liegen oder beides *lach*. Das gefällt mir nicht, nehme ich aber in Kauf. Genauso wie den insgesamt verlängerten Arbeitstag, beim Training über den Mittag. Aber wie heisst es so schön: „me cha nid dr Baze ha und s Weggli“ oder muss eben über die eigentlichen Grenzen hinaus denken!

Das Running, Jogging oder einfach Laufen ist für mich die perfekte Sportart. Auch oder nein, gerade für uns Mami’s – natürlich auch für Papi’s, mein heutiger Blogpost bezieht sich aber halt auf #mamismachensport *zwinker*. Warum? Weil jede jederzeit und in ihrem Tempo damit beginnen kann. Klar, am Anfang braucht’s den Willen und das Durchhaltevermögen. Denn gerade für untrainierte Mami‘s dauert es einen Moment, bis die ersten 20 Minuten am Stück gejoggt werden können und am Anfang kommt frau nicht ums Schnaufen wie ein alter Ackergaul drumrum. Ja, das ist so und geht allen gleich. Aber ist der Anfang getan, baut der Körper sehr schnell auf und das Gefühl, wenn dann zum ersten Mal eine 10 Kilometer-Strecke geschafft wird, unbeschreiblich. Es lohnt sich!

Bei mir hat das damals eine Art Eigendimension angenommen. Ich fing an, mehr als einmal pro Woche zu Walken. Bald versuchte ich mich darin, ein paar Teilstücke zu joggen. Die Stöcke dabei unterm Arm und immer nur, wenn niemand zu sehen war. Mir war es sehr unangenehm, so schnell aus der Puste zu kommen *hüstel*. Bald blieben jedoch die Stöcke zu Hause, die Teilstücke wurden immer grösser, bis ich schliesslich die ganze Runde rennend schaffte. Und nach ein paar Wochen sogar den Anstieg zu unserem Haus hinauf. Das Jogging wurde mir wichtig, ganz ohne Zeitmessung und Leistungsdruck und überdies hinaus wohl meine wertvollste Therapie während der Zeit der Trennung und Scheidung von meinem Mann.

Die positiven Einflüsse auf die gesamte körperliche Gesundheit dürften heute (bei gesunden Menschen) wohl unbestritten sein.  Und viel kosten tut’s auch nicht. Hat frau sich nämlich erstmal ein paar Basics wie eine angenehme Sporttight, ein atmungsaktives Shirt und einen guten Sport-BH oder ein gut sitzendes Sporttop angeschafft, steht dem Einstieg nichts im Wege. Ah ähm doch etwas noch: ich empfehle ja vor allem einen guten Laufschuh *hihi*. Das Sortiment an Bekleidung wächst dann automatisch mit den wechselnden Jahreszeiten und/oder häufigeren Training’s und schlägt damit auch nicht mit monatlichen Fixbeträgen zu Buche. Daneben kann frau immer und überall trainieren und das direkt vor der Haustüre.

Der Sport ist heute Teil von mir. Verinnerlicht so zu sagen. Mittlerweile laufe ich mit Zeit- und Pulsmessung, habe Ziele und Träume ;-). Dennoch – und gerade weil ich weiss, dass ich sehr ehrgeizig und verbissen und ebenso enttäuscht sein kann, wenn’s dann mal nicht klappt mit der Zielerreichung- halte ich mir immer im Hinterkopf, dass der Spass und die Freude an vorderster Stelle stehen müssen. So gönne ich mir ab und an, gerade wenn die Zeiten strub sind und ich Probleme zu bewältigen habe, ein Gratis-Training. Das sagt die Kollegin einer Kollegin so und gemeint ist damit, nur für sich und ohne Sportuhr zu laufen. Ich kann das allen nur empfehlen ab und an einzubauen ;-).

Die Geheimnisse, wenn ich es denn so nennen kann, wie auch Mami’s zu ihrer Fitness kommen sind für mich also relativ einfach. Anfangen, nicht zu viel nachdenken, Spass daran finden und sich gut organisieren. In dem sind wir Mütter in der Regel ja ohnehin Vollprofis ;-).

Schlussendlich und das erscheint mir mit etwas vom Wichtigsten zu sein, muss der Sport, für den wir uns entscheiden, zu uns und unseren jeweiligen Leben passen und damit vereinbar sein und zwar auf lange Sicht, sonst ist es über den ersten Anflug der Euphorie hinaus sehr schwierig, dran zu bleiben. Umso besser, wenn es frau dann „dr Ärmel so richtig ine nimmt“ (meint: so richtig packt), denn dann fällt das sich Aufraufen automatisch weg *zwinker*.

7 Comments

  1. Chef Koch | Ernährungsberater | Blogger 22. März 2017 at 09:12

    Super Beitrag wir bekommen jetzt auch unser Kind und wir sind schon ganz aufgeregt , meine Frau hat Angst ihre Figur wieder zu bekommen aber eigentlich ist es ihr egal weil sie sich schon so viel freut xD

    1. runningmami 22. März 2017 at 09:23

      Herzliche Gratulation! Ich kann die Angst deiner Frau gut verstehen. Aber mit etwas Geduld kommt‘ s meist wieder 😉

      1. Chef Koch | Ernährungsberater | Blogger 23. März 2017 at 09:27

        Ja ich glaub dir da auf jedenfall. Es ist auch nicht wirklich angst , Angst ist nur ein Wort um es zu beschreiben. Sie steht halt ständig vor dem Spiegel und sagt ich bin so dick , ich sage dann immer … Wie sollst du sonst im 8monat aussehen. Sie hat gerade mal 8 kg zu genommen der Arzt sagt auch das wäre richtig gut… Aber naja dauert ja nicht mehr lange dann geht es sportlich für sie wieder los

  2. mamiundlou 27. März 2017 at 13:56

    Auch von dir ein toller Beitrag zur Blogparade. Wichtig ist glaube ich wirklich, dass man etwas findet, was einem Spaß macht und dann dran zu bleiben! Und es macht mir Mut, dass man sich tatsächlich vom Sportmuffel zum Sportler wandeln kann! 😀
    Liebe Grüße! 🙂

    1. runningmami 27. März 2017 at 14:13

      Danke und ja, es ist tatsächlich möglich ;-).

  3. Zuckrige Ausnahmen: darf es die geben? – Running-Mami Blog 28. April 2017 at 05:46

    […] und meiner Familie passt. Egal ob es um eine Ernährungsumstellung oder den Sport (dazu kannst du hier etwas lesen) geht. Wenn wir es nicht so hinbekommen, dass es uns einigermassen einfach von der Hand […]

  4. Es geht los! Yeah! - Running-Mami Blog 16. November 2017 at 11:29

    […] und Tiefs. Und ja, Sport- und Ernährungsthemen stehen bei mir ziemlich hoch im Kurs. Seit ich das Jogging für mich entdeckt habe, bin ich ein anderer Mensch. Ihr habt keine Vorstellung, was für ein Sportmuffel ich früher war. […]

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