Projekt zuckerfrei Tag #17: und das mit der Familientauglichkeit

Schon Woche 3 in der Zuckerfreiheit. Bald habe ich Halbzeit und darum update ich wieder.

Gefühlsmässig habe ich den Eindruck, ich könnte Bäume ausreissen. Fühle mich fit und ausgeglichen. Und das nun seit ein paar Tagen. Gut, ich habe die letzten Tage genügend Schlaf bekommen, den ersten Lauf der Saison hinter mir und das Training wieder aufgenommen. Das alles hilft und gibt Auftrieb. Unbestritten. Dennoch habe ich ein sehr gutes Körpergefühl und ich glaube wirklich, dass das mit dem konsequenten Zuckerverzicht zu tun hat. Die Lust auf Süsses und Schokolade ist weg – und ich hoffe das bleibt so – selbst als ich kürzlich hungrig durch einen Laden gelaufen bin, fiel es mir nicht schwer, an den sonst so verlockenden Süssigkeiten- und Schoggiregalen vorbei zu gehen. Besonders entspannend finde ich ja, dass mich diese Osterschoggi in allen hasigen und eierigen Formen und Farben für einmal einfach kalt lassen kann *smile*.

Der Geschmack verändert sich . . .

Daneben nehme ich süssen Geschmack anders wahr. Ich trinke meinen Kaffee seit immer ohne Zucker, mit einer guten Portion Milch. Letzte Woche habe ich angefangen, auf Chai-Tee mit Mandelmilch umzusteigen – zumindest teilweise – weil mir der Kaffee mit normaler Kuhmilch zu süss wurde und ich einen komischen Geschmack im Mund bekam. Dasselbe passiert mir ab und an mit dem nature Joghurt. Es ist mir aber willkommen, weil ich schon länger mit eher mässigem Erfolg versuche, unseren Milchkonsum zu reduzieren. So schafft es das Projekt zuckerfrei in diesem Bereich, mich ein wenig dazu zu zwingen und mich nach Alternativen umzusehen.

Wenig Fleisch weiterhin . . .

Nach wie vor ist unser Fleischkonsum sehr gering. Wir essen ab und an ein Stück Fleisch und Fisch, Aufschnitt und Wurstwaren hingegen fallen ganz weg. Was mir fehlt sind ein paar schnelle Alternativen oder etwas, für den kleinen Hunger zwischendurch. Gerade Trockenfleisch war bis anhin eine schnelle, eiweissreiche, praktisch mitzunehmende und ohne Vorbereitung auskommende Beilage zu Salat oder Gemüsesticks und ab und an liess sich damit auch ein schnelles Znacht „zaubern“. Nüsse, Käse, Trockenfrüchte und die neu entdeckten Snacks – die ich euch letzte Woche vorgestellt habe – sind zwar Alternativen. Jedoch alles andere als kalorienarm und da kommen mir ab und an schon ein paar figurbedingte Sörgeli *hmkhm*.

Ein paar Änderungen . . .

In Woche 3 des Projekts haben wir nun ein paar Dinge verändert. Die ersten beiden Wochen haben wir einen Menuplan für die ganze Woche erstellt und danach eingekauft und gekocht. Für viele scheint genau das eine Art Stützpfeiler und Erleichterung zu sein. Für uns nicht. Es ist zu unflexibel. Zum einen bekommen wir einmal wöchentlich einen Bio-Gemüsekorb mit allem Guten, was Saison und Region zu bieten haben. Den musste ich die letzten beiden Wochen zur Hälfte verschenken, weil sich das Gemüse nicht mit dem schon Geplanten kombinieren lies. Teilweise habe ich Gemüse dazu kaufen müssen, weil die Lieferzeiten des Korbes nicht mit meinen Einkaufsmöglichkeiten und somit dem Planungszeitpunkt der Mahlzeiten vereinbar sind. Und viele der geplanten und vorgeschlagenen Rezepte sind nicht saisonangepasst und ich musste teilweise auf Tiefkühlgemüse ausweichen. Ja, ich könnte Rezepte umschuhstern, Einkaufstage verschieben und Pläne kurzfristiger schreiben. Aber ehrlich: das ist dann nicht mehr Running-Mami-tauglich. Mit einem hohen Arbeitspensum habe ich da so einen Ablauf entwickelt, damit ich die Tage zu Hause nicht noch mit Einkaufen verbringen muss. Den über den Haufen zu werfen wäre möglich, möchte ich aber nicht, weil es so einfacher und praktischer für mich ist. Zum anderen sind solche Pläne nicht familientauglich. Jedenfalls nicht für mich und meine Familie. Warum? Da wird’s am Abend ungeplant später, weil wir noch irgendwo auf ein Schwätzchen hängen bleiben. Oder wir bekommen spontan Gäste. Oder der ganz normale Familienalltag macht sich alle Ehre: die Kinder beschmeissen sich gegenseitig mit Sand *herrgottnochmaldieserelendesand*, müssen zwangsläufig noch in die Badewanne und der Boden im Haus vom Eingang bis zur Badewanne gesaugt werden um zu verhindern, dass wir später nicht auch noch auf Sand schlafen müssen. Weil der dann plötzlich wie durch Geisterhand überall ist. Und nein für alle, die jetzt einen lustigen Einwand anzubringen hätten, mit Ferienfeeling hat das gar nix zu tun *ätsch*.

Der langen Rede kurzer Sinn: wir kochen wieder spontan und somit auch das, was uns der Gemüsekorb vorgibt oder das was gerade im Kühlschrank zu verbrauchen ist und auch das, worauf wir eben Lust haben. Auch Letzteres gehört dazu, denn spontan essen was uns „gluschtet“ geht mit Vorausplanung nicht oder emel nicht ohne, dass dann wieder etwas anderes übrig bleibt.

Neue Rezepte sind aber willkommen . . .

Dennoch baue ich immer mal wieder ein Rezept aus dem Buch „Zuckerfrei“ von Hannah Frei ein oder bediene mich am Fundus der Familie zuckerfrei und anderen Rezepten, die ich im Netz oder meinem Kochbücher-Sammelsurium finde. Das Ausprobieren und entdecken von Neuem finde ich super spannend und ich koche wirklich gerne. Aber im Alltag will ich einfach nicht jeden Tag vier Stunden in der Küche mit Experimenten verbringen.

Es macht für mich denn auch Sinn, die bisherigen Gewohnheiten – die eben ganz gut zu unserem Leben passen – so umzumodeln, dass sie mit zuckerfrei vereinbar(er) werden. Ich glaube, das ist wichtig, damit auch vieles nachhaltig und eben nach Projektende weiter Bestand haben kann. Das ist ja mit eines meiner erhofften Ziele dieser Challenge. Sich 40 Tage „zämmezrisse“, nach einen vorgegebenen Plan kochen oder halt die Kröte schlucken und auch noch vorkochen, wenn die Jungs im Bett sind, mag funktionieren. Aber was ist dann, wenn das Projekt vorbei ist? Ich denke da rutschten wir eher in alte Gewohnheiten zurück, weil’s einfach auf lange Sicht nicht mit unserem Leben und wie wir es leben wollen oder vielleicht teilweise müssen zusammen passt. Wisst ihr, was ich meine?

Die Jungs und Schatz . . .

Die Jungs inklusive Schatz haben zudem nach zwei Wochen ein bizi genug von meinen tollen, gesunden und aussergewöhnlichen Neukreationen und dem Roggenbrot. Sie sehnen sich nach einem Teller Spaghetti mit Tomatensauce mit viel Parmesan (Banausen *hihi*) und: „weisch Mami, das Brot wo inne schön weich isch und nid so ne herti Schale het“ um es mit den Worten von Grossem zu sagen. Das ist ja auch in Ordnung, weil zumindest Spaghetti Napoli bei uns ohnehin zuckerfrei zubereitet werden und ich auf meine Gemüsespaghetti ausweichen kann.

Darum werde ich den Rest des Projektes nutzen, um für uns weitere Alternativen und Rezepte, die sich auch später tiptop einbauen lassen, zu finden.

Schatz, unser Zuckerjunkie, fühlt sich noch immer fit und vital und nicht mehr so müde. Er hat ab und an Glüstli und vermisst seine Schoggi. Wobei ich den Eindruck habe, die Gelüste und das Vermissen passiert im Kopf. Dafür hat er um die 3 kg abgenommen und Entzugserscheinungen bleiben weiterhin aus. Er meint, schon einiges aus dem Projekt mitzunehmen und ist erstaunt darüber, wo es überall zugesetzten Zucker drin hat. Er sagt aber auch ganz klar, dass er sich nicht vorstellen kann, länger als bis an Karfreitag auf seine Schoggi zu verzichten.

Und wie geht es weiter . . .

Apropos länger als bis an Karfreitag. Natürlich mache auch ich mir Gedanken, wie genau es nach der Challenge weitergehen soll. Meine Gedanken dazu könnt ihr im Blogpost von nächster Woche zum Thema Zuckerfrei-Challenge lesen.

Das süsse Bild kommt übrigens von pixabay.com.

8 Comments

  1. Chef Koch | Ernährungsberater | Blogger 22. März 2017 at 09:11

    17 Tage ohne Zucker , die ersten sollen am schlimmsten sein , Respekt das du es so durch ziehst weiter so

  2. fitundgluecklich 27. März 2017 at 20:54

    Find ich super, dass du das machst!!! Habs auch schon oft probiert und versuch ja immer Zucker so gut es geht zu meiden, aber bin einfach eine „Süße“. Wir schaffen es mal mehr und mal weniger gut, daheim haben wir eigentlich nie Süßigkeiten, aber unterwegs ists halt immer ein Problem und wenn man wo zu Besuch ist, Kuchen gehört halt irgendwie dazu.
    Und das mit der Mahlzeitenplanung kenne ich!! Ich sag es immer allen meinen Klienten (bin ja auch Ernährungstrainerin), aber selber halte ichs nicht gut durch, das passt nicht zu uns, wir sind auch zu spontan! Aber: ich plane immer so 2-3 Mahlzeiten für die nächsten Tage, hab dann das daheim was man dazu braucht, und wenn wir diese in diesen Tagen nicht kochen, dann einfach danach. Das klappt sehr gut, und so ist auch immer etwas gesundes daheim!! lg Ulli

    1. runningmami 28. März 2017 at 06:57

      Liebe Ulli
      Danke, ja es läuft bei mir im Moment wirklich sehr gut mit der Zuckerfreiheit. Natürlich mag ich auch Süsses, aber da habe ich so ein paar Alternativen ;-). Und nach der Challenge sind ja auch wieder Ersatzstoffe erlaubt. Da stimme ich zu, vieles in unserer Gesellschaft hat mit (ungesundem) Essen zu tun. So weit so ok, finde ich. Auch das darf Platz haben. Wichtig scheint mir ein gutes Gleichgewicht. Ich habe in meinem dieswöchigen Beitrag zum Thema zuckerfrei schon ein paar Gedanken dazu verbloggt. Vermutlich am Freitag dann mehr dazu ;-). lg

  3. Projekt zuckerfrei: Tag #26 und der innere Schweinehund – Running-Mami Blog 31. März 2017 at 06:31

    […] werden, umso weniger fehlt mir das Fleisch. Fehlen tut mir noch immer nur die schnelle Alternative (hier habe ich darüber geschrieben), aber im Gegensatz zu Schatz habe ich nicht das Bedürfnis nach einem […]

  4. equestrianblondes 12. April 2017 at 13:56

    Super Beitrag, ich lebe noch bis Ostern zuckerfrei 🙂
    würde es gerne danach auch noch durchziehen. Werde aber am Sonntag einen Cheatday einlegen 🙂

    1. runningmami 13. April 2017 at 06:27

      Hallo equestrianblondes

      Da hast du es ja auch bald geschafft! Gratulation. Das mit diesen Cheatday’s machen viele. Ich versuch’s zu verhindern aber das gelingt nicht immer. Werde bald dazu einen Blogpost veröffentlichen. Wünsche dir ganz schöne Ostern!

      Lg
      Anita

  5. Projekt zuckerfrei: Tag #26 und der innere Schweinehund - Running-Mami Blog 24. Oktober 2017 at 12:01

    […] apropos Begonnen. Ich habe euch angekündigt euch in Running-Mamis Gedankenchaos bezüglich meiner Pläne für nach dem Projekt zuckerfrei 2017 […]

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