GP von Bern und m(k)ein Trainingsplan

Oder die schönsten 10 Meilen der Welt, um den Slogan des Veranstalters zitieren zu dürfen. Den zumindest ich für mich sofort unterschreiben täte. Gerade eben habe ich angemeldet. Fast schon just in time könnte man dazu sagen, den die Anmeldemöglichkeit endet am 22. April 2017.

Nein, solche kurzfristigen Aktionen sind eigentlich genau nicht mein Ding. Ich mag’s geplant, alles was ich erledigen kann, erledige ich bei Zeiten und Dinge aufzuschieben liegt mir nicht.

Doch: die Zuckerfrei-Challenge und der Familienalltag forderten ihren Tribut in den letzten Wochen, so dass der Sport leider nicht nur hier im Blog zu kurz kam. Und das ist denn auch der Grund, weshalb ich die Anmelderei vor mir hergeschoben habe.

Geplant wäre gewesen, dass das Jahr 2017 MEIN Jahr würde in Sachen Running. Weitergehendes Training, kleine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, fit sein und Zeit für regelmässige Laufeinheiten. Vielleicht endlich den Halbmarathon anpacken. Ja, so in etwa habe ich mir das mal vorgestellt.

Dann haben mir einige gesundheitliche Probleme bei den Kindern und mir, mit allem was da so dazu gehört (you know?) einen dicken, fetten und von Viren und Bakterien besetzten Strich durch den Trainingsplan gemacht. Und ich musste schlussendlich zwei Mal, nach längeren Unterbrüchen, wieder fast von Vorn beginnen *ürks*. Ich nutzte zwar alle Gelegenheiten, aber teilweise brauchte es ziemlich viel Energie. Einen vernünftigen Trainingsplan konnte ich nicht einhalten. Dieses leichte, lockere Rennen was ich eigentlich gerne habe, war’s jetzt definitiv eine lange Zeit leider nicht. Nach jeder Unterbrechung merke ich, dass die ersten Trainings wieder viel schwerer fallen. Und ja gerade wenn man sich auf einen Wettkampf vorbereitet, kostet das auch wertvolle Zeit.

Das Projekt zuckerfrei hat mir viele positive Erkenntnisse gebracht – ganz klar eine gute Sache. Ich habe das Gefühl, teilweise eher knapp genügend gegessen zu haben. Das liegt daran, dass ich es noch nicht ganz verinnerlicht habe und mir teilweise die schnellen Alternativen fehlten. Was auch völlig ok ist. Veränderungen brauchen Zeit und eine Anlaufphase. Für ein anständiges Training unter ohnehin schon erschwerten Umständen musste ich jedoch feststellen, ist das einfach nicht ganz optimal kombinierbar. Nein, für den Sport brauche ich keinen zugesetzten Zucker, aber natürlich Energie. Und da habe ich den Dreh noch nicht 100%ig raus. Wenn mir also jemand Tipps hat, immer her damit! Wobei jetzt – nach Ende der Challenge – wird es wieder viel einfacher, weil meine Proteinshakes (zwar auch zuckerfrei aber eben mit Süssungsmitteln) wieder erlaubt sind, genauso wie ein paar andere Dinge, die mich satt machen, mir gute Energie liefern und mir damit natürlich auch im Sport helfen. Einmal mehr bewahrheitet sich somit wohl die Aussage, dass man nicht alles haben kann. Oder zumindest nicht auf’s Mal. Denn ich bin überzeugt, dass ich auch hier durch’s weitere Ausprobieren und Herumpröbeln weitere Lösungen finden werde. Und ja – es war eine Challange, dass das easy-peasy wird, war nicht die Idee davon. Sonst wär’s ja keine gewesen, oder?

Letzte Woche war ich doch immerhin wieder vier Mal unterwegs, wenn auch nur kurze Strecken und keine davon über 7 Kilometer. Wieso? Die Woche davor hatte Kleiner schlechte Nächte, nach drei mehr oder minder schlaflosen Nächten musste ich meine Energien anfangen einzuteilen, um den Tag zu meistern. Die Zeit mit den Kindern, das pünktliche Mittagessen (auch wenn keine grossartigen Spitzenmenu‘s, einmal hat sogar Mc Donald’s für die Jungs gekocht *hmkhm*), die Ostervorbereitung und schlussendlich mein Job gehen dann einfach vor. In solchen Situationen bin ich ja schon froh, wenn ich all das noch einigermassen und ohne gröbere Nervenzusammenbrüche hinbekomme *hüstel*. Das normale Training und ausgerechnet ein speziell geplantes Invervalltraining unter fachkundiger Anleitung musste ich sausen lassen, ob’s mir gepasst hat oder nicht. Vernunft geht dann eben vor, genauso wie das Schonen des eigenen Körpers. So ist das eben manchmal. Running-Mami rennt immer, aber nicht immer auf dieselbe Art und Weise und ab und an auf die eine, die sie eigentlich so gar nicht mag ;-). Und dann redet sie auch noch von sich in der dritten Person, was sie eigentlich überhaupt nicht mag! Ihr wisst, was ich meine?

Dennoch konnten wir vor zwei Wochen einen Jog über knapp 13 Kilometer mit einigem an Steigungen unter die Füsse nehmen. Trotz Herumblödeln und dem Schiessen einiger Fotos unterwegs, waren wir nach 1 Stunde und 24 Minuten wieder zu Hause. Das hat mich beruhigt, denn es scheint noch irgendwo in mir zu stecken ;-).

Ich behalte dabei zwar im Auge, dass der GP dann noch etwas über 3 Kilometer länger dauert (10 Meilen entsprechen 16.1 Kilometern) und weiss seit dem letzten Jahr, dass diese letzten Kilometer nicht unterschätzt werden dürfen. Dennoch freue ich mich nun wirklich heftig, die Anmeldung gemacht zu haben.

Denn der Lauf ist wirklich einer der Schönsten, die ich bisher gelaufen bin. Nicht nur die abwechslungsreiche Stecke, die im ersten Teil durch die wunderschöne Stadt führt, auch die Stimmung, die Menschen, die kleinen Events am Strassenrand – ja es ist etwas ganz speziell Tolles in Bern! Es war im vergangenen Jahr mein allererster Lauf dieser Distanz und ich hatte ein unheimliches, unbeschreibliches Glücksgefühl, als ich tatsächlich im Ziel eingetroffen bin. Darauf wegen ein paar schlafloser Nächte jetzt dieses Jahr verzichten? Nein, auf gar keinen Fall!

Und: es ist ja noch nicht aller Tage Abend ;-). Viel viel schneller werde ich nun in den letzten vier Wochen wohl nicht mehr. Aber dennoch sollten noch zwei, drei Longjogs, zwei oder drei Intervalltraining‘s und ein paar „gemütliche“ Runden drin liegen. Auf einen festen Trainingsplan werde ich jetzt aber verzichten. Momentan könnte mir der mehr schaden als nützen.

Das Einzige, was ich aber unbedingt noch testen muss ist meine Verpflegung. Die wurde mir im vergangenen Jahr übelst zum Verhängnis und ich sah mich vor meinem geistigen Auge schon, die letzten beiden Kilometer auf allen Vieren, wenn überhaupt, noch gehen zu müssen. Da war der Tank einfach leer. Irgendwie habe ich es dann doch noch geschafft, aber wenn ich daran etwas ändern kann in dem ich mich sinnvoll verpflege, mache ich das. Wenn dann das Wetter schön ist und es heiss wird – was es Mitte Mai ja durchaus sein könnte – wird das umso wichtiger.

Ich dachte an Gel’s. Ja klar, das ist Zucker pur – da kann ich nichts schönreden. Aber für ein, zwei Mal im Jahr während eines Wettkampfes wäre das für mich völlig in Ordnung und halt unheimlich praktisch.

Was sind eure liebsten Verpflegungsmöglichkeiten während längerer Läufe? Habt ihr mir ein paar Tipps?

So denn, nach der Ostervöllerei (die bei mir glücklicherweise sehr moderat ausgefallen und vom Training begleitet war) will ich heute den ersten Longjog angehen und hoffe natürlich, dass mir das locker von den Beinen geht *smile*

Was sind eure Pläne für nächste Wettkämpfe, worauf trainiert ihr gerade und wie geht ihr es an? Oder geniesst ihr den Sport einfach so für euch, als Ausgleich? Schreibt mir doch einen Kommentar, ich freue mich von euch zu lesen.

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1 Comment

  1. Mami, das hani nid gärn! – Running-Mami Blog 10. Mai 2017 at 06:02

    […] auch auf ein Fertigprodukt zurück, wenn’s mal pressiert oder gehe sogar zu Mc Donald’s, wie du hier nachlesen kannst. Auch Süssigkeiten gibt’s im Hause Running-Mami. Aber das alles soll nicht die […]

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