Sonnencreme: welche denn nun?

Pünktlich mit den ersten, richtig warmen Sonnenstrahlen flammt das Thema in allen Eltern-facebook-Gruppen, Foren und im ganz normalen von-Mami-zu-Mami-Gespräch auf.

Zu Recht, wie ich finde. Denn die Haut vor der gefährlichen und schädlichen UV-Strahlung zu schützen ist für mich ein Muss. Umso mehr, als es um die empfindliche Kinderhaut geht. Die Krebsliga hat ein sehr aufschlussreiches Merkblatt herausgegeben. Dort findet ihr viel Wichtiges und Wissenswertes sowie viele Tipp’s zum Aufenthalt in der Sonne mit Kindern.

Wenn die Kinder mobil werden . . .

Irgendwann können die lieben Kleinen leider nicht mehr lediglich durch Kleidung, Meiden der Mittagssonne und den Aufenthalt vorwiegend im Schatten geschützt werden. Spätestens wenn sie mobil werden und später in den Kindergarten oder die Schule gehen, ist ein zusätzlicher Schutz mit einer Sonnencreme notwenig. Und dann stellt sich die Frage: Welche Sonnencreme kann ich für meine Kinder mit gutem Gefühl verwenden?

Auch diese Frage finde ich durchaus berechtigt. Wer sich nämlich ein wenig mit der Thematik beschäftigt merkt schnell, dass gewisse Inhaltsstoffe in Sonnencremen durchaus – naja, nennen wir es bedenklich – sind. Die Verunsicherung ist dann gross, so ging es auch mir, als das Thema bei uns aktuell wurde. Frau wühlt sich durch Berge von Artikeln, Testberichten und Foren um herauszufinden, welche Sonnencreme denn nun ok ist und welche nicht. Schlussendlich hat man die Qual der Wahl und oft fehlt die Zeit, sich ein wirkliches Bild zu machen. Peace alle Eltern, ich weiss wie das ist *schüttelnwirunsmalwiederwissenddiehände*.

Hilfe von aussen (?)

Da kommen Test’s, wie sie zum Beispiel Kassensturz auch druchführt, genau richtig. Denn die nehmen uns die ganze Recherchiererei ab und wir können einfach zum Testsieger greifen. Wenn der dann sogar vom Discounter kommt, praktisch spottbillig ist, dementsprechend natürlich auch noch grossflächig mit dem Sieg geworben wird und er am Tag nach Veröffentlichung des Testberichts ausverkauft ist (kein Witz, das war in der Filiale in meiner Nähe nämlich der Fall), kann der doch nur gut sein und der Entscheid dafür schnell gefällt. Oder?

Nein. Finde zumindest ich. Denn genaues Hinschauen lohnt sich hier. Und ebenso die Frage, ob ich auf die Haut meines Kindes gewisse Inhaltsstoffe – zum Beispiel Nanopartikel, Aluminium, Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe – kommen lassen will oder nicht.

Sonnencreme mit chemischem Filter

Sie schützen die Haut durch einen „Chemie-Cocktail“. Dabei werden die UV-Strahlen durch in die obere Hautschicht eingedrungene, chemische Stoffe in Wärme umgewandelt. Das ist auch der Grund, warum solche Sonnencremen erst nach einer Einwirkdauer überhaupt schützen. Diese Stoffe werden verdächtigt, Allergien auslösen zu können. Andere sind hormonell wirksam.

Sonnencreme mit mineralischem (physikalischem) Filter

In diesen Sonnencremen sind in der Regel die (mineralischen) Stoffe Titandioxid oder Zinkoxid enthalten. Diese Stoffe gelten übrigens als grundsätzlich ungefährlich, weil sie sich im Gegensatz zu chemischen Stoffen nicht mit der Haut verbinden, also nicht einziehen. Sie reflektieren das Sonnenlicht und schützen damit die Haut, in dem sie die UV-Strahlen quasi spiegeln. Diese Sonnencremen haben den Vorteil, sofort wirksam zu sein. Sie kommen – für gewöhnlich – ohne chemische Substanzen aus.

Der Nachteil von mineralischen Filtern ist, dass sich diese Sonnencremen schlechter auf der Haut verteilen lassen und einen weisslichen Film zurücklassen.

Nanopartikel

Daran stören sich viele Leute und darum haben die Herstellenden angefangen, die Partikel immer mehr zu verkleinern. In vielen solcher Sonnencremen werden deshalb Nanopartikel verwendet. Sie tragen dafür Sorge, dass sich die Cremen besser einreiben lassen und dieser weisse Film nicht oder weniger entsteht. Nanopartikel sind übrigens winzig kleine Teile eines Stoffes. Im Fall solcher Sonnencremen eben der Stoffe Titandioxid oder Zinkoxid.  Und genau das ist das Problem. Auch wenn sich die Wissenschaft nicht einig zu sein scheint, steht die Vermutung im Raum, dass diese Winzig-Teile in die Haut eindringen und aufgenommen werden und dort Schaden anrichten könn(t)en . Was für einen genau und in welchem Umfang weiss man heute noch nicht. Und ganz ehrlich? Ich für meinen Teil will es nicht an meinen Kindern herausfinden.

Und die Testsieger?

Ja, was ist nun aber mit den vorher erwähnten Testsiegern? Wichtig ist bei solchen Test’s immer, nicht nur das Ergebnis isoliert zu betrachten. Damit wir das Ergebnis nämlich richtig einordnen können, müssen wir wissen, was denn die Testkriterien waren. Im immer wieder unter Elterngesprächen erwähnten Test von Kassensturz kann dies wie folgt nachgelesen werden:

Und so wurde getestet:

Bei den Testkandidaten wurden folgende gewichtete Kriterien geprüft:

  • Einhalt Lichtschutzfaktor UVB (25%)
  • UVA-Schutz (10%)
  • Feuchtigkeitsanreicherung (20%)
  • Anwendung (10%)
  • Entnahme bei 20°C und 40°C (10%)
  • Wärme- und Kältebeständigkeit (5%)
  • Anwendungshinweise (10%)
  • Werbeaussagen, Beschriftung (5%)
  • Verpackung (5%)

Quelle: «Konsument» Ausgabe Juli 2016 (Der detaillierte Test kann
unter www.konsument.at kostenpflichtig heruntergeladen werden.)

Quelle: Kassensturz SRF (www.srf.ch / Beitrag vom 22.06.2016)

Das Testergebnis besteht also zu fast der Hälfte (45%, wenn der Teil der Feuchtigkeitsanreicherung nicht mitgezählt wird, ansonsten sind es sogar 65%) aus getesteten Punkten, die nichts darüber aussagen, ob das Produkt meinem Kind und mir gesundheitlich schadet oder nicht bzw. dessen Inhalt. Genau das interessiert mich ja aber als Mutter. Natürlich darf mich eine Verpackung nicht anlügen und ja, wenn sich die Sonnencreme auch bei 40 Grad noch tiptop aus der Tube drücken lässt (weil wir in der Schweiz ja auch öfters so um die 40 Grad haben *hüstel*), ist das ja vielleicht nice to know. Aber für meine Beurteilung, ob ich eine Sonnencreme nun bedenkenlos auf die Kinderhaut schmieren kann oder nicht, bringt es mir leider genau nix. Deshalb sind solche Testergebnisse in meinen Augen immer mit gaaaanz viel Vorsicht und nie isoliert zu geniessen.

Exkurs

Das ist wie bei den Kindersitzen für’s Auto. Mir ist doch völlig wurscht, ob der Reboarder ein bisschen schwerer ist und sich nicht so schnell einbauen lässt wie ein herkömmlicher Autositz. Wichtig ist für mich nur, dass mein Kind maximal gschützt ist. Wenn aber im Test über die  Hälfte daraus besteht, wie handlich und gäbig einzubauen ein Kindersitz ist und wie leicht er ist, ist das Testergebnis eben auch hier nur dann aussagekräftig, wenn wir das bei unseren persönlichen Urteilen und Entscheidungen berücksichtigen oder uns das Handling wichtiger ist, als der effektive Schutz. Wisst ihr, was ich meine?

Und wie weiss ich jetzt, welche Sonnencreme ok ist?

Ich mache es so: Bei einigen Herstellenden wird der Zusatzstoff auf der Inhaltsliste als „nano“ ausgewiesen. Dann ist der Fall klar. Ich meine sogar, in Deutschland ist dieser Ausweis seit Dezember 2014 Pflicht. In der Schweiz noch nicht, aber es ist in Planung (jedenfalls wenn ich da akutell korrekt informiert bin). Bei Unsicherheit hilft nur eine direkte Nachfrage bei den Herstellenden oder man nutzt codecheck.info. Dort könnt ihr übrigens auch ganz viele andere Produkte auf ihre Inhalte prüfen und seht direkt, ob sie für Mensch und Umwelt schädliche Inhaltsstoffe enthalten und welche.

Wenn ihr einen persönlichen Tipp von mir wollt, dann sind es diese beiden Sonnencremen:

Lavera Sun Sensitive LSF 30 / CHF 9.90 für 75 ml , z.B. bei douglas.ch

eco Cosmetics Baby und Kids LSF 50+ / CHF 28.90 für 50 ml z.B. bei naturefirst.ch

(dabei handelt es sich um eine persönliche Empfehlung und nicht um Werbung, für die ich irgendwie bezahlt werde)

Ihr findet die Sonnencremen auch in Apotheken und Drogerien. Viele haben sie nicht an Lager, können sie aber bestellen. Nachfragen lohnt sich!

Übrigens: Die Inhaltsstoffe-Liste genau zu lesen ist immer wichtig. Es gibt Produkte, die zwar beispielsweise mit dem Nature.org-Label ausgestattet sind (auf das ich sehr viel Wert lege). Das hat mich auch schon zum unbesehenen Kauf einer Sonnencreme bewogen. Zu Hause habe ich dann festgestellt, dass an erster Stelle bei den Inhaltsstoffen klar das Wort „nano“ stand. Das Label garantiert eine nachhaltige Produktion und keine chemischen Inhaltsstoffe. Das kann natürlich auf eine Sonnencreme zutreffen, die aber dennoch Nanopartikel enthält. Somit habe ich gelernt: es ist auch hier also wichtig, immer alle Details zu kennen, die ein Label verspricht.

Ich wünsche euch allen schöne und sorglose Aufenthalte in der Sonne.

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3 Comments

  1. Kirsten Sassmann 31. Mai 2017 at 14:19

    Liebe Runningmami!
    Ich kann dir die Gedichts-, und Körperpflege von Ringana empfehlen.
    Für Jung und alt, Frsuen und Männer.
    Es gibt auch eine hervorragende Sonnenmilch!
    Frischekosmetik aus Österreich!
    Bei Fragen melde dich bei mir !
    LG
    Kirsten

  2. Kirsten Sassmann 31. Mai 2017 at 14:20

    Sorry, ein paar Schreibfehler sind im vorherigen Kommentar enthalten

    1. runningmami 31. Mai 2017 at 14:24

      Danke liebe Kirsten, für den Tipp. Ich schaue es mir gerne an 😊.

      Grüsse
      Anita

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