Was ist gesunde Ernährung für mich?

Habt ihr euch das schon einmal so ganz bewusst gefragt und vielleicht sogar eine Antwort darauf? Eure ganz eigene Antwort? Als mich genau diese Frage von Sabine von Smoothiewelt erreichte und sie mich anfragte, ob ich mit meinen Gedanken dazu an ihrer Blogparade teilnehmen würde, musste ich kurz inne halten. Klar, gesunde Ernährung ist in der heutigen Zeit quasi allgegenwärtig. Emel in den Köpfen. Und ich war sicher, dass die Antwort schnell formuliert sein würde. Doch nein, so einfach ist es gar nicht.

Was heisst das eigentlich? Im Netz, in Zeitungen, in Bücherregalen von Buchhandlungen – überall treffen wir dieses Thema an. Eine Flut aus allem möglichen und am Ende weiss dennoch kaum jemand, was denn nun richtig und erlaubt ist. Selbst Ärztinnen und Ärzte und Ernährungsberatende sind sich uneinig. Die einen schwören auf Diäten, bei denen gewisse Dinge – zum Beispiel Kohlenhydrate oder Fett – weggelassen werden. Andere verfluchen Milch- und Fleischprodukte. Alles in Massen sei der richtige Weg, meinen wieder andere. Und dann gibt es noch diejenigen, die den Zucker verteufeln *wink*.

Die Frage ist doch, halten wir eine von uns gewählte Ernährungsform für gesund, weil wir davon überzeugt sind und wieso sind wir das. Oder einfach für notwendig, um gewisse Ziele zu erreichen und das deshalb, weil wir es vielleicht zum tausendsten Mal irgendwo gelesen haben. Und warum fällt es manchmal so schwer, trotz Überzeugung oder Wissen. Eigentlich wollte ich hier noch den Gedanken anhängen, ob sich einige von uns vielleicht dieser Thematik ganz entziehen (können) und davon völlig unberührt leben. Aber ich glaube, das geht nicht. Schon im Kindergarten sind Kuchen und Süssigkeiten Ausnahmen. Und für diese Ausnahmefälle stehen Zahnbürsteli und Zahnpasta bereit. Das finde ich übrigens schon richtig so. Es zeigt aber auch ganz klar, dass wir uns spätestens nach Einschulung nicht mehr entziehen können. Und die jüngsten von uns werden aktuell mit gerade mal 4-jährig eingeschult. Wobei Hand auf’s Herz; das Ganze beginnt schon viel früher. Quasi mit dem zweiten Atemzug, den wir tun und dem ersten Schluck Muttermilch, den wir uns einverleiben. Wenn wir denn können. Denn die Stilldiskussionen nehmen kein Ende. Und Muttermilch ist schliesslich das Beste, egal um welchen Preis *ironieoff*. Erst kürzlich sass wieder eine Mami während einer Trageberatung auf meinem Sofa und erklärte mir mit hängendem Kopf und traurigem Blick, sie könne eben nicht stillen, so wie ich das bestimmt gekonnt hätte. Das schlechte Gewissen dieser Mutter war so gestaltannehmend, dass ich ihm wahrhaftig eine Ohrfeige hätte verpassen können. Und wer mich ein bizi kennt weiss, dass ich genau das getan habe. Ansonsten halte ich natürlich nichts von Gewalt! Ich will hier jetzt aber keine Stilldebatte auslösen. Nur zeigen, dass das Ganze ganz früh beginnt. Geschürt durch Gefühle und Verhaltensweisen, die oft gesellschaftlich vorgegeben sind, früh eingeprägt werden und die wir von Generation zu Generation weitergeben. Küchen = böse und lecker / Gemüse = gesund und grusig. Sehr einfach, ich weiss. Aber so ist es ein bizi, oder?

Ah und: nein ich konnte nicht stillen. Ganze zwei Mal nicht. Und manchmal fühle ich mich noch heute vom Universum gelinkt deswegen. Beim zweiten Mal immerhin gute vier Wochen, beim ersten Mal nicht mal zwei Wochen. Es war vorallem beim ersten Kind ein Höllenritt für alle Beteiligten, sogar für die nicht direkt Beteiligten. Auch das scheint so eine gesellschaftliche Schublade zu sein. Trageberaterinnen können stillen, sind sichtbar öko (so mit Haremshosen und grossen Schal‘s), leben vegan und erziehen perfekt *ironieoffzumzweiten*.

Aber item, zurück zum Thema. Ich wage es von mir zu behaupten, dass ich Überzeugungen habe, was die Ernährung betrifft. Das Thema interessiert und fasziniert mich. Ich lese viel und vielseitig darüber und vielleicht habt ihr das auch schon bemerkt, wenn ihr hier reinlest. Dennoch schaffe ich es nicht immer, mich daran zu halten beziehungsweise baue voller Absicht auch Lebens- oder Genussmittel in die Ernährung ein, von denen ich weiss, dass sie nicht wirklich gesund sind *hallo-cola-zero-zum-beispiel*. Ja, Trageberaterinnen trinken Cola zero, emel eine ;-).

Für mich stimmt es nicht, mich einem pfannenfertigen, in einem Buch mit Regeln zu kaufendem Ernährungskonzept zu verschreiben. Das wäre mir zu starr und täte im Alltag nicht lange gut gehen.

Kürzlich durfte ich Dominique von ohnezucker.ch ein Interview geben. Dabei hat sie mir auch Fragen zur Ernährung gestellt und somit habe ich die Sache, bezogen auf mich und was es für mich bedeutet, schon mal in Worte fassen dürfen. Es ist im Fall echt gar nicht so einfach. Auch wenn man sich schon länger und intensiv damit beschäftigt.

Zusammengefasst versuche ich vorallem auf zugesetzten Zucker zu verzichten. Ja, aus Überzeugung, was es vereinfacht. Ich bevorzuge Vollkorn, vermeide Weizen, ungesunde Fette und zu sehr verarbeitete Produkte, bei Gewissem habe ich gerne Bio-Qualität. Alles was uns die Natur fixfertig und genau richtig proportioniert liefert, kann in meinen Augen nicht verkehrt sein. Dazu zählen vor allem Gemüse, Früchte, Nüsse und Samen. Wenn das Ganze dann noch möglichst regional und saisonal ist: perfekt! Auch ökologisch gesehen. Fleisch esse ich, aber nicht jeden Tag. Milchprodukte und Eier gehören für mich dazu und liefern mir wertvolle Proteine. Obwohl ich grundsätzlich die vegane Ernährungsweise sehr spannend und sinnvoll finde, ist es nicht umsetzbar für mich. Ich will mich dieser Herausforderung momentan nicht stellen. Wenn’s doch mal ein Fertigprodukt wird orientiere ich mich gerne an der Faustregel von Clean-Eatern: je kürzer die Zutatenliste, desto gesünder das Produkt. Ich denke, dass ausgewogen schon wichtig ist und halte darum nichts davon, einen Makronährstoff komplett wegzulassen.

Was ich über Ausnahmen denke, darüber kannst du hier lesen. Und so super schön perfekt der obige Absatz jetzt tönt – tut er oder? So wenig lässt er sich immer umsetzen. Es sind Grundhaltungen, -ideen und -gedanken. Und wenn immer möglich versuche ich, mich daran zu halten. Wenn’s mal nicht klappt, versuche ich mich deshalb nicht völlig wahnsinnig zu machen, es zu geniessen und dann wieder zurück zu meinen Ansätzen zu kehren. Mal gelingt’s besser, mal schlechter. Und wie immer merke ich, wenn ich von einer Sache überzeugt bin, macht es das einfacher. Ausserdem ist der Sport für mich eine nicht zu unterschätzende Komponente in der Ernährung. Nicht nur für den Bauch, auch für den Kopf ;-).

Als Mutter ist mir wichtig, dass meine Kinder die Vielfalt des Essens kennenlernen. Wir leben in einem Land, in dem wir alles im Überfluss haben. Das hat nicht nur Vorteile. Es ist mir deshalb wichtig, dass ich meinen Kindern vermittle, was eine gesunde Ernährung ist und es vorallem vorlebe. Aber ich glaube es darf nicht zu stier, mit Verboten und schlechtem Gewissen passieren. Sonst könnte das womöglich schief gehen. Das kligt sehr einfach, ist manchmal aber alles andere als einfach umsetzbar. Wie erlebt ihr das?

Sabine klärt auf Ihrer Seite über Smoothies auf. Ihr findet dort viele Rezepte und Tipps zum Thema. Was ich persönlich über Smoothies denke, ob sie bei uns auf den Tisch kommen und wie es zuckertechnisch damit aussieht, darüber könnt ihr hier im Blog bald mehr lesen.

 

 

6 Comments

  1. Sabine 12. Juni 2017 at 13:03

    Hallo Anita,

    Danke für deinen Beitrag 🙂

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. runningmami 15. Juni 2017 at 15:23

      Danke für dein Feedback, liebe Svenja!

  2. Svenja Stein 15. Juni 2017 at 14:53

    Ein sehr schöner und informativer Beitag mit vielen persönlichen Gedanken zum Thema gesunde Ernährung. Liebe Grüße, Svenja Stein

  3. Verschiedene Meinungen Zur Gesunden Ernährung - SmoothieWelt.com 26. Juni 2017 at 10:31

    […] von runningmami.wordpress.com hält nicht viel von zugesetztem Zucker und verzichtet weitestgehend darauf. Je mehr die Zutaten in […]

  4. Die Challenge mit dem Zucker! - Running-Mami Blog 8. Oktober 2017 at 13:55

    […] mich kennt, oder schon ein wenig gelesen hat weiss, dass Ernährung für mich ein wichtiges Thema ist. Dabei ist auch die Sache mit der Zuckerfreiheit ein Punkt. Nein, […]

Hey! Hinterlasse mir hier deinen Kommentar.