#sportlichemamis: Stefanie – die Ausdauersportlerin

Heute könnt ihr das 2. Interview zur Serie #sportlichemamis hier im Blog lesen. Natürlich stellt uns die Mutterschaft teilweise vor Schwierigkeiten, was die Vereinbarkeit von Sport und Familie betrifft. Dass es aber trotzdem möglich ist und wie das gehen kann, zeigen uns vorerst 4 tolle, sportliche Frauen und Mütter in dieser Serie.

Letzte Woche hat mir Janina dazu Rede und Antwort gestanden. Sie ist Kraftsportlerin und wie sie das als 4-fache Mami managt, kann hier nachgelesen werden.

Hier nun Stefanies Interview. Sie betreibt sehr viel Ausdauersport und ich war selbst total gespannt zu erfahren, wie sie ihr sporltiches Leben zwischen Mutterschaft, Bloggen, Job und allerlei anderen Verpflichtungen organisiert. Selbst eine Schwangerschaft, sie ist gerade mit ihrem 2. Kind schwanger, bremst sie sportlich nicht aus – im Gegenteil. Stefanie hat ihren eigenen, ganz tollen Blog, den ich regelmässig lese und euch nur wärmstens ans Herz legen kann. Dort schreibt sie über Sport als Mutter und in der Schwangerschaft. Ihr findet sie unter sportymum.net.

STECKBRIEF

Wie alt bist du: 33

Mit wem lebst du zusammen: Mann und Tochter

Wie alt sind deine Kinder: 2 Jahre und aktuell schwanger (Februar 2018)

Welchen Sport betreibst du: Laufen, Triathlon, generell Outdoor- und Schneesport

Seit wann schon: Eigentlich seit meiner Kindheit und seit ungefähr 15 Jahren strukturiertes Training

Wie oft und wie lange trainierst du pro Woche: seit ich Mama bin definitiv weniger, nicht

schwanger ungefähr 6-10h/ schwanger ungefähr 5-8h (detaillierte Infos hier)

Dein persönliches Sporthighlight bisher: Ironman Zürich 2014 und London Marathon 2017

Wenn du erwerbstätig bist, mit welchem Pensum: 50-60%

 

Hallo Stefanie, ich freue mich sehr, dich für diese Reihe im Boot zu haben. Auf deinem Blog sportymum.net gibst du viele Tipps zum Thema Sportlich-Sein während der Schwangerschaft und danach mit Kind. Wie kam es dazu?

Als ich die Schwangerschaft mit meiner Tochter festgestellt habe, freute ich mich zuerst natürlich sehr, bald aber drängte sich bei mir die Frage auf: Wie sieht es mit meinen Trainings aus, insbesondere mit dem Lauftraining? Ich startete eine mehrstündige Google-Suche – das Ergebnis war für mich überhaupt nicht zufriedenstellend. Das Thema wurde/wird sehr kontrovers dargestellt. Für mich war aber klar, wenn ich eine unproblematische Schwangerschaft habe, wollte ich nicht einfach die Füsse hochlegen und nichts tun. Von Beginn weg war mein Körper mein wichtigster Ratgeber und das hat ganz gut funktioniert.

Für mich war aber klar, wenn ich eine unproblematische Schwangerschaft habe, wollte ich nicht einfach die Füsse hochlegen und nichts tun.

Ich habe angefangen, meine Erfahrungen aufzuschreiben und sie auf dem Blog zu teilen. Weiter gibt es einige Schwangerschaftsworkouts von mir. Und nach der Geburt habe ich festgestellt, dass der sportliche Wiedereinstieg genauso herausfordernd ist, weshalb ich den Blog fortgesetzt habe. Bis heute, obwohl die Zeit für den Blog leider oft zu kurz kommt. Aber die vielen Feedbacks von Frauen haben mich motiviert, dran zu bleiben. Auch jetzt in der zweiten Schwangerschaft versuche ich einiges festzuhalten auf dem Blog.

#sportlichemamis - stefanie die Ausdauersportlerin
Auf Stefanies Blog findet ihr viele Tipp’s für Sport während der Schwangerschaft
Du warst schon immer sportlich aktiv. Auch vor deiner Mutterschaft. Was hat sich in deinem sportlichen Leben verändert, seit du deine kleine Tochter hast?

Das ist eine sehr interessante Frage. Eigentlich habe ich mir immer gesagt, dass ich meine Erwartungen bezüglich Leistungen mit dem Mamasein herunterschraube. Aber als ich dann wieder die Wettkampfschuhe geschnürt habe, war mein Ehrgeiz zurück. Ich habe mir selber wieder hohe Ziele gesteckt. Aber mir war auch wichtig, dass die Ziele realistisch sind, da ich eben auch noch berufstätig bin. Also habe ich bisher auf einen Ironman verzichtet.

Seit ich Mama bin, trainiere ich aber auch deutlich weniger. Dafür habe ich das Gefühl, dass die Trainings qualitativ besser sind. Also die Zeit, welche ich für Sport habe, nutze ich effizient. Und vielleicht ist ja weniger (Anzahl Trainings) auch mal mehr. Zudem bin ich in meinem Training flexibler geworden, da natürlich mit einem Kind vieles nicht planbar ist.

Nun habe ich erneut überlegt, dass ich vielleicht so langsam umdenken sollte, denn mit dem zweiten Kind wird wohl mein Zeitbudget für Sport geringer und die Organisation auch anspruchsvoller. Wir werden sehen.

Du hast gerade dieses Jahr am London-Marathon eine Wahnsinns-Zeit von 3:15h hingelegt. Wie hart war das Training und wie hast du dich dafür organisiert mit deiner Tochter?

Da ich eine gute Laufbasis habe (jahrelanges Training), bin ich erst vier Monate vor dem London Marathon in das spezifische Marathon-Training eingestiegen. Wöchentlich habe ich zu dieser Zeit vier bis fünf Laufeinheiten absolviert. Zwei habe ich meistens auf die Mittagspause an Arbeitstagen gelegt, zwei habe ich gemeinsam mit meiner Tochter im Kinderwagen oder abends gemacht und den langen Dauerlauf habe ich immer am Wochenende gemacht. Da war natürlich die Unterstützung von meinem Mann sehr wichtig. Oft war es ja auch so, dass ich nach dem Long Run so ziemlich müde war und dann an diesem Tag sich eben vieles danach ausgerichtet hat.

Solche Ziele bedeuten mir jeweils viel. Für mich ist es aber auch wichtig, dass ich Zeiten habe, wo ich meinen Trainingsplan auch mal auf die Seite lege und nach Lust und Laune trainiere.

#sportlichemamis - stefanie die Ausdauersportlerin
Stefanie am diesjährigen London Marathon.
Du bist ausserdem Gold-Coach bei running.coach und Frontrunnerin bei Asics. Was macht für dich persönlich die Faszination an diesen spannenden Tätigkeiten aus?

Ich habe einige Jahre Sport unterrichtet an einem Gymnasium und für mich war es immer unglaublich spannend, andere für Bewegung zu motivieren. Nun kommen die Leute freiwillig zu mir und ich motiviere sowie begleite sie in ihrem Training. Obwohl Laufen eigentlich so einfach ist, ist es trotzdem so vielschichtig. Beim Coaching kann ich auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Personen eingehen und so das Optimum aus ihnen herausholen. Seit ich wieder in der Schweiz wohne, coache ich nicht nur online, sondern führe auch persönliche Lauftrainings durch.

Als Asics Frontrunnerin teile ich meine Laufleidenschaft mit einer breiten Masse und inspiriere dabei andere. Zudem ist es schön, Teil einer solchen Community zu sein – Laufen verbindet.

#sportlichemamis - stefanie die Ausdauersportlerin
Stefanie ist Asics-Frontrunnerin
Du trainierst viel, bist erwerbstätig und hast eine Familie. Wie sieht bei dir eine ganz normale Trainingswoche aus und wie schaffst du es, dran zu bleiben?

Oft plane ich mein Training für die Woche am Sonntag Abend, egal ob ich einen Trainingsplan habe oder nicht (bin dann einfach viel flexibler). Dann schaue ich, welche Termine ich habe und was realistisch ist. Meine Kleine ist für mich keine Ausrede, im Gegenteil, seit ich Mama bin, verbringe ich noch mehr Zeit draussen und oft ist es dann auch einfach Bewegung.

Meine Kleine ist für mich keine Ausrede . . .

Montags laufe ich meistens gemeinsam mit meiner Tochter. Am Dienstag und Donnerstag arbeite ich im Office und sitze viel, weshalb ich meistens mittags ein Lauftraining einbaue. Oft ist es nur kurz, aber es tut einfach gut. Mittwochs ist mein Coaching Tag und ich hänge dann oft auch für mich selber noch was ran (ab und zu auch schwimmen). Freitag entscheide ich spontan, nach Hausarbeit und anderweitigem Programm. Ebenso am Wochenende. Momentan bin ich ja nicht so zielorientiert und will einfach sportlich fit durch die Schwangerschaft. An Tagen, wo mir schlicht die Zeit fehlt für Sport, mache ich abends einfach 15 Minuten Stabitraining und hänge noch ein wenig Yoga an.

#sportlichemamis - stefanie die Ausdauersportlerin
Stefanie trainiert mit Kinderwagen. Ihre Tochter ist keine Ausrede.
 Was für einen Einstieg in den Laufsport empfiehlst du einer Mami, die bisher sportlich eher wenig aktiv war, nun aber durchstarten möchte? Eignet sich der Laufsport überhaupt dafür? Hast du den Motivationstipp schlechthin?

Klar eignet sich der Laufsport: Er ist einfach, man kann ihn überall durchführen (sogar mit Kind) und es ist nicht so zeitintensiv.

Ich empfehle aber einen langsamen Einstieg, also nicht von Null auf Hundert. Wichtig ist, dass man sich zuerst ein realistisches Ziel setzt. Das kann beispielsweise sein, dass man 5 km am Stück laufen kann. Dann startet man beispielsweise mit zwei bis drei Mal pro Woche 20 bis 30 Minuten Lauftraining, welches auch mit Gehpausen (5’ Laufen, 5’ Gehen etc.) unterbrochen werden kann. Bis man halt die Zeit durchlaufen kann. Wichtig ist aber auch, dass man zusätzlich ein paar Kraft- und Beweglichkeitübungen macht, weil Laufen doch ziemlich belastbar für den Bewegungsapparat ist. Hier gibt es übrigens ein paar Motivationstipps.

Während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt ist sicher nicht der Zeitpunkt, um mit dem Lauftraining zu starten.

Wie wichtig ist dir die Ernährung? Worauf achtest du besonders, auch hinsichtlich deiner sportlichen Aktivität?

Die Ernährung ist schon wichtig, aber meiner Meinung nach wird heute auch zu viel darüber gesprochen. Ich verzichte nicht auf gewisse Produkte. Dennoch habe ich das Gefühl, dass ich mich ausgewogen ernähre. Ich achte vor allem darauf, dass ich viele frische und lokale Zutaten einkaufe, selber koche und keine Fertigprodukte verwende und mich gerade auch wegen meiner Tochter an fixe Mahlzeiten am Tisch und gesunde Zwischensnacks halte. Seit ich also Mama bin, nasche ich tatsächlich weniger.

Zum Schluss eine letzte Frage: Stell dir vor, du könntest einen ganzen Tag nur nach deinen Wünschen gestalten. Keine Verpflichtungen, keine Termine und Geld spielte keine Rolle. Wie würde dein Tag aussehen?

Ich würde den Tag irgendwo an einem naturbelassenen Strand mit meiner Familie verbringen, schwimmen gehen, relaxen und viel frische Früchte und noch mehr Seafood essen.

 

Liebe Stefanie, vielen lieben Dank, dass du Teil dieser Serie bist. Ich wünsche dir alles, alles Gute für deine Schwangerschaft und dass du bis zum Ende weiterhin so sporltich unterwegs sein kannst. Ich werde dich weiterhin gerne auf deinem Blog lesen.

1 Comment

  1. #sportlichemamis: Melanie - die Veloverrückte - Running-Mami Blog 4. Oktober 2017 at 12:08

    […] Letzte Woche hat uns sportymum.net Stefanie ein paar Tipps gegeben. Nachlesen kannst du diese hier. […]

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