#internet4kids und die naive Bloggermom

Als ich von der Blogparade #internet4kids zur Swiss Blog Family in Zusammenarbeit mit AMV gelesen habe, dachte ich im ersten Augenblick, dass mich das noch gar nicht so betrifft und mir das Thema viel zu fern ist, um dazu etwas zu sagen. Doch dann – ja der zweite Gedanke – natürlich betrifft mich das. Es betrifft meine ganze Familie: das Internet ist quasi allgegenwärtig.

Meine Kinder sind zu klein, oder?

Selbstverständlich und zweifelsohne haben meine Kinder mit ihren 6 und bald 3 Jahren weder eigene Smartphones, noch eigene Tablets, PCs oder Fernseher. Ist ja klar oder? Nein, und zack – schon wieder falsch. Der Kleine darf hie und da auf meinem alten Smartphone – das jetzt nämlich seins ist, you know? – Föteli und Viedos gugge und ab und an ein Spiel spielen. Und der Grosse darf dasselbe mit dem alten Smartphone seiner Grossmutter und meinem Tablet. Es hat mich also, ob  mir das jetzt passt oder nicht. Und wie. Denn ohne, dass ich jemals hätte erklären müssen, wie man die Dinger benutzt, schaffen es die Jungs ganz easy darauf herum zu navigieren, als wäre ihnen diese Fähigkeit angeboren. Das gilt übrigens auch für den Grossen und den PC. Meinen gibt’s nicht, weil MEINS! Aber: kürzlich am Besuchstag im Chinzgi staunte ich nicht schlecht, als er während eines Postenlaufs ohne mit der Wimper zu zucken und in einer unglaublichen Vertrautheit den Mauszeiger über den Bildschirm bewegte, um ein pädagogisch wertvolles Rätselspiel zu lösen. Ich wusste nicht mal, dass er das kann! Also das mit dem PC.

So, nun sitzt sie da. Wie geohrfeigt. Die naive Bloggermom. Die, die ihre Zahlungen seit gefühlten 100 Jahren online macht. Die, die täglich ihre Social-Media-Accounts pflegt. Die, die das Internet dauernd für ihre Arbeit braucht. Die, die sich Bastel- und allerlei andere Inspiration bei Pinterest holt. Die, die ihre Läufe mit einer Polar aufzeichnet und mit dem entsprechenden Programm und der App verwaltet. Die, die nicht nachvollziehen kann, warum andere sich dem verschliessen oder Kindern den Zugang dazu verbieten wollen. Weil es doch die Zukunft ist, um die gerade unsere Kinder käumlich drum rum kommen werden. Und man doch selbst Bescheid wissen sollte – nämlich. Und die, die ohne ihr Smartphone, das mittlerweile fast das halbe Leben mittels noch irgendeiner App beinhaltet, zumindest für einen Bruchteil einer Sekunde (oder ein bizi mehr) handlungsunfähig wäre.

Es betrifft mich also. Und meine Kinder. Konkret, direkt und jetzt sofort. Nicht erst in ein paar Jahren, wenn mein Grosser nach einem eigenen Smartphone fragen wird. Wenn das denn überhaupt noch Jahre dauert – Gott oder wer auch immer behüte!

Und jetzt?

Ich bin der Meinung, dass es nichts bringt, Verbote auszusprechen. Ich bin weiter der Meinung, dass es in der Verantwortung von uns Eltern und allen anderen Personen liegt, die mit unseren Kindern zu tun haben und dabei mit dieser Thematik in Kontakt kommen, aufzuklären. Ich glaube, dass sich niemand davor verschliessen kann und es tatsächlich Zukunft ist. Ich bin überzeugt, dass wir vorleben und unseren Kindern aufzeigen müssen, was ein guter Umgang mit dem Internet und seinen Gefahren ist und welche das sind. Und ich meine, es braucht dazu Regeln. Für alle.

Dort setzte ich an, schon jetzt. Schon vor diesem Beitrag und der kassierten Aufwach-Ohrfeige, irgendwie selbstverständlich. Tipps dazu, ob und welche technischen Sicherheitsmassnahmen wie Kinderschutzsoftware und ähnliches sinnvoll sind, werdet ihr von mir (noch) nicht bekommen. Soweit sind wir einfach noch nicht. Meine Kinder surfen nicht im Internet und wenn wir uns ein Bastel-You-Tube-Filmli anschauen oder wieder einmal Richi zuschauen wollen, wie er sich nicht festhält, bin ich oder Schatz dabei.

Unsere Regeln:
  • Mein PC und mein Handy gehören mir und sind für alle anderen grundsätzlich tabu.
  • TV-Konsum gibt’s zeitlich begrenzt und ich kenne die Filme und Serien, die meine Kinder schauen.
  • Das Tablet darf für Spiele genutzt werden, allerdings nicht, ohne zu fragen und nicht, ohne zeitliche Begrenzung. Auch hier kenne ich die Spiele und neue schaue ich mir vorher an.
  • Die alten Handys dürfen zum Ausprobieren, Viedeos schauen, Spili machen und zum Spielen genutzt werden. Allerdings nur im Wohnbereich, wenn ich dabei bin und mit zeitlicher Begrenzung.
  • Surfen im Internet, z.B. auf der Suche nach einer Idee für die nächste Geburtstagstorte, das Aussuchen des neuen Badetuchs für den Schwimmkurs oder das Anschauen lustiger Filmli auf youtube.com passiert nur gemeinsam mit einer erwachsenen Person.
  • Während gemeinsamer Familienmahlzeiten sind Handys auch bei Erwachsenen unerwünscht.
  • Ich arbeite öfters auch, wenn die Jungs da sind. Sie dürfen daher sagen, wenn ich zu wenig präsent bin, mich in der virtuellen Welt verliere und das Handy oder den PC zur Seite legen soll.
Das Wichtigste aber:

Das Allerwichtigste ist für mich auch hier: mit den Kindern zu sprechen, ihnen Gefahren zu erklären und sie aufmerksam zu machen. Mit ihnen zusammen den virtuellen Weg gehen, statt sie einfach zu überwachen, scheint mir persönlich der richtige Ansatz. Auch wenn Dinge wie Cybermobbing und ähnliches im Moment noch keine Themen sind für uns, ich werde dran bleiben.

Mir persönlich gefällt die Seite www.schau-hin.info sehr gut. Dort können sich Eltern schnell und einfach verständlich über alle möglichen Gefahren und wie wir ihnen begegnen können, informieren. Denn begegnen tun wir ihnen. Alle von uns, fast täglich. Auch wenn wir es gar nicht merken.

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