Zuckerfrei – Einsteigetipps für Eltern

Nicht, dass ich Expertin darin wäre. Oh nein! Aber seit fast anderthalb Jahren praktiziere ich die (fast) Zuckerfreiheit und ich merke, dass dies für viele Eltern – ja, vorallem Mamis – ein Thema ist. Ich habe mir viel Angelesen, viel Ausprobiert und bahne mir meinen Weg mit meiner Family täglich auf’s Neue. Hier deshalb meine Top 5 an Tipps für den Anfang. Das ist ein Kratzen an der Oberfläche – ja. Das wirst du merken, wenn du dich einwenig mit dem Thema befasst. Aber es ist ein Anfang und gut ist sowieso vieeeel besser als perfekt. Ehrlich! Ich hab’s ausprobiert ;-). Gerade mit Familie und wenn man, trotz oder gerade mit einem mehrheitlich gesunden Lifestyle, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte.

Zuckerfrei mit Family: Wo soll man anfangen? Was ist denn nun erlaubt und was nicht? Ist es schlimm, wenn man trotzdem mal etwas Zuckriges isst oder darf ich jetzt nie mehr ein fettes, geiles Stück Kuchen auch nur ansehen? Müssen die Kinder mitziehen? Ein Leben ganz ohne Fertigprodukte als Eltern und ohne druchzudrehen? Was ist mit dem Leben ausserhalb der Familie? In Kindergarten, Schule, bei Einladungen?

Wenn du dir solche Fragen auch stellt, dann *handshake*. Mir ging das genau so. Dann stand mir mein Perfektionismus im Weg, dann kam die Reflexion und heute klappt’s im Fall ganz gut. Sei also motiviert. Und hey: ein (fast) zuckerfreies Leben ist genau so individuell, wie wir Menschen. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Keine Verbote und keine Zuckerpolizei. Alle dürfen so, wie sie können und wollen und ich finde ja schon den Versuch top! Es geht nie darum, gar keinen Zucker mehr zu essen und sich damit womöglich halb (oder ganz) wahnsinnig zu machen. Es geht vorallem ums Bewusstwerden, eine Reduktion und das Verändern gewisser Gewohnheiten.

Tipp 1 – Gemeinsam ist man stärker

Frage deine Familie, wer an dieser Umstellung teilhaben will. Es bringt nichts, jemanden zu zwingen. Gemeinsam ist es aber leichter. Und: deine Familie wird so oder so mitprofitieren, wenn du plötzlich die zuckerfreie Bouillon benutzt oder vermehrt selbstgebackene zuckerfreie Guetzlis auf den Tisch kommen. Sind die Kinder schon älter, können sie bewusst mitentscheiden. Macht euch für den Anfang ein paar Gedanken, wo ihr ansetzen wollt (z.B. keine Fruchtjoghurts mehr).

Tipp 2 – Radikaler Entzug für den Anfang

Radikaler Entzug ist für den Anfang das Beste – emel finde ich. Bei allen anderen Varianten kommst du nie richtig los vom Zucker, was es schwieriger aber nicht unmöglich macht. Bestimme einen Zeitraum, den du für deinen Einstieg nutzen willst. Es macht Sinn, wenn das nicht gleich an Ostern, Weihnachten oder in den beiden Wochen ist, in denen fünf Familienmitglieder Geburtstag haben und ihr zum Kuchenessen eingeladen seid. Es sei denn, du willst die Iron-Hardcore-Entzugs-Challenge ;-).

Tipp 3 – Ausmisten und Süsses für die Kids!

Checke deine Lebensmittelvorräte auf ihren Inhalt und miste grosszügig alles aus, was zugesetzten Zucker enthält. Worauf du dabei schauen musst und wie du versteckten Zucker erkennst, erzähle ich dir im nächsten Blogbeitrag zu diesem Thema genauer.

Falls du Kinder hast, die ab und an was Süsses möchten oder geschenkt bekommen, mache ihnen ein eigenes Schläckchistli. Klar, dass das so oder so für dich tabu ist oder? For kids only – nämlich!

Vergiss bei dieser Aktion nicht die Fertigprodukte, Gewürze, Saucen und ähnliches, wenn ihr die oft esst oder ganz selbstverständlich beim Kochen gebraucht. Die meisten Mayonnaisen enthalten Zucker, genauso wie Senf, viele Gewürzmischungen und auch viele Bouillons. Keine Panik – es gibt Alternativen! Diese Mayo und dieser Senf sind sugarfree und fein und Gewürze mischst du ganz einfach selbst zusammen.

Zuckerfrei - Einsteigetipp's für Eltern
Neue Rezepte ausprobieren macht den Entzug leichter: man ist beschäftigt und kann sich kreativ austoben, Neues entdecken.

Tipp 4 – Aufrüsten

Fülle deine Vorräte mit zuckerfreien Lebensmitteln auf und ersetze solche, die du immer benötigst. Wenn du zum Beispiel täglich zum Kochen Bouillon verwendest, kauf dir eine ohne Zucker oder mache sie selbst. Die hier von Pfiffikuss beispielsweise nutze ich gerne als Allerweltsgewürz. Bouillon brauche ich fast keine mehr. Ich habe sie mit verschiedenen Salzen ersetzt.

Tipp 5 – Heisshunger und Gelüsten vorbeugen

Die Umstellung kann Ihren Tribut fordern. Weil oftmals ein Lebensmittel, das wir gewohnt sind, nun nicht mehr geht. Ja, der schnelle Fruchtquark vor dem Training ist futsch. Genauso, wie das Schoggi-Joghurt abends vor dem Fernseher. Hallo Gewohnheit! Es ist wichtig, dass du genügend isst und regelmässig. So kannst du Heisshunger vermeiden, der dich zum Zuckrombie* werden lässt. Suche dir also für Lebensmittel, von denen du weisst, dass sie festen Bestandteil in deinem Tagesablauf sind einen entsprechenden Ersatz. Und habe auch für den kleinen Hunger immer etwas griffbereit. Ein paar Gemüsesticks im Tupperli, Nüsse oder ein Apfel lassen sich prima in der Hand- oder Wickeltasche mitnehmen.

Lust auf ein Reiheli Schoggi? Lege dir genau für diese Momente ebenfalls von Anfang an Alternativen bereit. Das können Nüsse sein, getrocknete Datteln (die sind zwar umstritten, für mich aber als Schoggiersatz immer ok) oder selbstgemachte Energyballs. Die hier sind wirklich fein. Auch hier gilt: sei wunderbar kreativ. Schaufel dir mal ein bisschen Zei frei, lass die Kids beim Grossi oder der Freundin und durchstöbere die Regale in den Lebensmittelgeschäften nach zuckerfreien Snacks. In diesem Beitrag findest du ganz am Ende ein paar Inspirationen, wenn auch bei dir nicht immer noch mega viel Zeit fürs Selbermachen übrig ist.

Zuckerfrei - Einsteigetipp's für Eltern
Für den kleinen Hunger: Nüsse, Käse, frische Beeren/Früchte und Knäckebrot

Also los:

Mit diesen 5 Tipps, die du am Besten als Vorbereitung für deinen Start angehst, bist du gerüstet. Denke immer daran, dass du deine eigenen Regeln machst. Du bestimmst, was für dich ok ist und was nicht.

Die Umstellung wird natürlich fordernd sein. Besonders, wenn du sehr viel Zucker gegessen hast bisher. Aber die Anfangsmotivation wird dich unterstützen. Gib dir etwas Zeit und rechne für den Entzug 4 – 6 Wochen ein. Jetzt ist übrigens der beste Zeitpunkt für einen Start, denn dann wird dich die ganze Weihnachtsschoggi-Flut für einmal kälter lassen als sonst ;-).

Was sich mit deinem Leben und deiner Familie vereinbaren lässt und was eben nicht geht, wird sich zeigen. No stress also (ja ich weiss, das sagt die Richtige *hüstel*). Um die Anfangszeit möglichst spannend zu machen, suche dir neue Rezepte, tausche dich in facebook-Gruppen wie dieser hier aus. Oder diskutiere mit anderen auf meiner Facebookseite zu diesem Beitrag. Backe einen zuckerfreien Kuchen und verwöhne dich selbst mit etwas, das dir gut tut! Dann ist die Zeit schnell überstanden.

Zuckerfrei - Einsteigetipp's für Eltern
Sich verwöhnen und sich selbst etwas Gutes tun

 

Hast du Fragen, Ideen oder Anregungen? Schreibe mir einen Kommentar hin oder kontaktiere mich über anita(ät)runningmami.ch. Ich freue mich immer darüber.

*Zombie getrieben vom Zucker; das seiner eigenen Sinne nicht mehr mächtig ist

2 Comments

  1. Carola 16. November 2017 at 10:43

    Danke für deine Tipps. Ich werde nach Weihnachten mal wieder eine zuckerfreie Zeit einschieben. Ich finde es auch am Besten, wenn man einfach komplett auf Entzug geht. Alles andere funktioniert einfach nicht. Aber so kurz vor Weihnachten finde ich das sehr schwierig 😉 Bei zu argem Zucker-Jeeper greife ich übrigens auch zu getrockneten Datteln. Die sind sooo lecker 🙂 und Apfelchips hab ich auch immer zu Hause.

    LG
    Carola

    1. runningmami 16. November 2017 at 10:57

      Hey Carola
      Ja gel. Das kann so oder so kommen. Mich hat dieses Jahr die komplett-zuckerfrei Challenge vor der osterlichen Zuckerflut verschont. Das war mal sehr angenehm. Weihnachten ist aber zugegeben noch viel schwieriger, weil noch präsenter. Wenn man von sich selbst weiss, dass es eine schwierige Zeit ist und man gerade zu dieser Jahrszeit auch gerne mal was naschen möchte mit Zucker, ist es nicht optimal. Ansonsten kann der Ansporn auch hier helfen, dem ganzen mal einfach die kalte Schulter zu zeigen.
      Herzlich
      Anita

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