Swissblogfamily 2017 – Bloggen: Hobby oder Beruf?

Jetzt beginne ich zum x-ten Mal diesen Post über die Swissblogfamily 2017 und frage mich, ob ich es mir nicht schenken soll.

Tolle Menschen habe ich am Weekend IRL kennen gelernt und dennoch merken müssen, dass meine Smalltalk-Inkompetenz immer noch vorhanden ist *augenroll*. Das Essen war yummy und ich hielt es #zuckerfrei. Die Location super, wenn auch ein wenig Tageslicht schön gewesen wäre. Die Organisation von Katharina (mamahatjetztkeinezeit), Séverine (mamaohntherocks) und Martin (pokipsie) war fantastisch und der Goodiebag sehr cool. Finden übrigens auch die Jungs. Ovo-Crunchy-Cream kommt uns sonst halt eher nicht so ins Haus ;-).

Nett, schön und tschüss. Aber nein, das wäre zu einfach. Hier geht es um mehr. Ich will keinen Rückblick schreiben. Die gibt es schon und mich beschäftigt das Erlebnis #swissblogfamily auf andere Art. Ich habe festgestellt, dass es hier um Business geht.

Es beruhigt mich irgendwie. Denn ich habe so ein wenig den Eindruck, dass offizielles Streben nach Geldverdienen mit, durch oder über einen persönlichen Blog oder auch nur schon der Wunsch, gelesen zu werden und eine Comunitiy zu haben, irgendwie (auch) anrüchig zu sein scheint. Ganz allgemein.

Nach wie vor sehe ich meinen Blog als Hobby. Oder als Zwitterding. Vielleicht ein Hobby mit Ambitionen? Ja, so in etwa. So viel Zeit, Arbeit und Gefluche (hallo Technisches *hüstel*), würde ich nie in gratis Überstunden investieren. In ein Hobby schon. Und trotzdem möchte ich damit voran kommen. Irgendwie.

Die Workshops waren darauf ausgerichtet, wie man sich mit seinem Blog besser platzieren kann, wie man von Anfang an erfolgreich bloggt, wie man bekannt und gefunden wird im www, in dem keiner auf einen wartet. Wie man sich präsentiert und welche Möglichkeiten einem der Blog eröffnen kann. Immerhin um die 100 Teilnehmende lauschten den Vorträgen.

Ich bin ein Blog-Baby. Mein Blog ist vergleichsweise blutjung, frisch geschlüpft so zu sagen, gerade ein Jahr alt. Ausserdem habe ich meinen allerersten sponsored Post scheints viel zu billig gemacht, für 160 Franken nämlich. Was denn aber angemessen wäre, sagt mir keiner. Oder wer mag? Das ganze Technische habe ich mir bis dato selbst beigebracht, genauso wie das Social-Media-Zeugs und mittlerweile kenne ich mich sogar mit SEO ein bizi aus. Ich habe saumässig viel dazu gelernt und das mit Herzblut, weil es mich ernsthaft interessiert und ich gespannt bin, was sich wie auswirkt und was als nächstes kommt. In meinem Blog steckt ein riesen Haufen Arbeit. Wieso sollte sich diese nicht lohnen können?

Ist etwas unanständig daran, wenn ich diesen Blog als Sprungbrett nutzen möchte, wenn sich denn die Chance ergeben würde? Ist es unrichtig, sinnvolle Kooperationen einzugehen, um dieses Hobby mit Ambitionen mitzufinanzieren? Denn Beruf kann es erst sein, wenn es sich tatsächlich finanziell lohnt. Und nein, die 160 Stützli reichen bei weitem nicht. Ist es verwerflich, irgendwann damit vielleicht ein Zubrot zu verdienen und darauf hin zu arbeiten?

Ich finde nicht. Vielleicht mag ich es manchmal nicht so direkt aussprechen. Weil die Angst vor dem Versagen, vor dem Keinen-Erfolg-Haben und diese vor dem Sich-Lächerlich-Machen lauert. Und vielleicht führt die Sache auch nicht zu finanziellem Erfolg und, dass ich belächelt werde passiert ja tatsächlich. Da muss ich mir wohl noch ein dickeres Fell zulegen.

Ich selbst kann die Frage nicht eindeutig beantworten, weshalb es meinen Blog gibt. Natürlich gibt es hier und hier und da Antworten darauf und alle die es bisher dazu von mir gab, stimmen. Mir macht es Spass und ich lerne noch immer sehr viel. Es passiert, dass ich in meiner Unerfahrenheit Fehler mache. Solche, die beispielsweise dazu führen, dass ich meinen Blog zweimal zügeln muss, um dann schlussendlich doch auf der eigenen Domain zu landen. Oder ich in Fettnäpfchen trete und nicht allen gefalle. So what?

Ich mache mir nicht die Illusion, irgendwann einmal davon leben zu können. Aber mir gefällt der Gedanke, mit oder über den Blog etwas oder jemanden zu erreichen. Wem’s nicht passt, der soll halt einen Stecken dazu stecken, wie meine Mutter in solchen Momenten immer so schön zu sagen pflegt. Aufhören kann ich jederzeit, mitnehmen werde ich sowieso einen mit vielen neuen Erfahrungen und Wissen gefüllten Rucksack und ein paar echt nette Bekanntschaften. Und wenn es irgendwann doch reinhaut wie Sau, dann sei’s mir willkommen.

Entspannend finde ich bei dieser Sache, dass ich wohl zum ersten Mal einen Weg einfach gehen kann und ihn während dessen entstehen lassen darf. Ganz gechillt, weil ich nichts zu verlieren habe.

Ich fand den Anlass bereichernd in jeglicher Hinsicht, auch wenn ich ein bizi ins Grübeln kam. Die Kernaussage, die ich für mich mitnehme ist, dass es immer Spass machen soll und ehrlich bleiben muss damit man – auf welche Art und Weise auch immer das definiert wird – Erfolg hat.

8 Comments

  1. Hamerlike 14. November 2017 at 15:49

    Ey, super cooler Beitrag, toll geschrieben. Mach weiter so in dem was du tust, denn du machst das super. Ich sehe es wie du, mein Blog ist als Hobby entstanden. Aber durch den Blog habe ich bemerkt, ich habe Lust auf mehr. Und wenn damit Geld verdienen dringliegt, dann ist das super. In der Zwischenzeit schaue ich meinen Blog auch als Bussiness an, als kleines Business das noch ganz am Anfang ist. Und auch wenn es aktuell nur ein Nebenverdienst ist und vielleicht auch bleibt, dass ist weit mehr, als ich mir zu Beginn überhaupt vorgestellt habe. Und wenn Leute dein Tun belächeln und meinen der Erfolg bleibt früher oder später auf der Strecke, dann steckt doch da auch ein bisschen Neid und Eiversucht dahinter. Jede und jeder soll dass tun, was ihm Spass macht. Mach weiter so! War schön, dich persönlich kennenzulernen.
    Lieber Gruss Claudia

    1. runningmami 14. November 2017 at 21:29

      Liebe Claudia

      Danke für deine lieben Worte. Und es hat auch mich uh gefreut, dich zu treffen. Ich hoffe es dauert nun kein Jahr, bis zum nächsten Wiedersehen 😉.
      Herzlich
      Anita

  2. 2. Swiss Blog Family Event in Basel 14. November 2017 at 22:00

    […] Swissblogfamily 2017 – Bloggen: Hobby oder Beruf? […]

  3. Christiana 14. November 2017 at 22:02

    Toller Beitrag💙
    In etwas das Fazit nehm ich für mich auch mit. Am Smalltalk sollte ich auch arbeiten.
    Das schöne ist echt, dass wir selber entscheiden können.
    PS: die Fettnäpfchen mit dem zügeln des Blogs und so würden mich noch interessieren 🙈 Ich hab ja mit meinem erst diesen August gestartet🙈

    1. runningmami 15. November 2017 at 07:00

      Liebe Christina

      Danke für deinen lieben Kommentar. Es freut mich zu lesen, dass du in etwa ein ähnliches Fazit ziehst.

      Mit meinem Blog habe ich auf einer gratis-Seite von wix.com gestartet. Bald habe ich festgestellt, dass wordpress besser passen würde und habe zu wordpress.com gewechselt. Um dann festzustellen, dass ich dennoch viele Dinge nicht so tun kann, wie ich möchte und ich gerne meinen Platz im Netzt tatsächlich für mich hätte. Und schlussendlich jetzt doch bei der eigenen Domain gelandet bin. Es war ein bizi mühsam, aber ich habe viel gelernt dabei. Hier habe ich etwas dazu.
      Liebe Grüsse und bis hoffentlich bald
      Anita

  4. Sabrina von MintyAnchor 16. November 2017 at 10:50

    Liebe Anita,

    es wird wie es wird, hauptsache man hat Spaß dabei. Damit hast du recht und ich bin immernoch fasziniert davon wie viel ich jeden Tag durch den Blog (und auch das technische Zeugs) lerne und dieses Wissen in meinen Beruf tragen kann.

    An meiner Smalltalk-Imkompetenz muss ich auch noch feilen, aber ich glaube, das wird von mal zu mal besser!

    Liebe Grüße

    Sabrina

    1. runningmami 16. November 2017 at 10:53

      Hallo Sabrina
      Das mit der Smalltalk-Inkompetenz höre ich öfters, seit ich es hier gepostet habe. Wir scheinen in guter Gesellschaft zu sein ;-). Und ja, das wird bestimmt von mal zu mal einfacher. Bis bald und herzlich
      Anita

  5. Wer bin ich? Was macht mich aus? - DIE Frage der SwissBlogFamily 16. November 2017 at 11:40

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