1, 2, 3 . . . ich komme: wo sich Zucker versteckt!

Yap! Wo sich Zucker überall versteckt, ist kaum zu glauben. Wusstet ihr, dass die WHO (Weltgesundheitsorganisation) eine Zuckermenge von 25 Gramm pro Tag  und erwachsene Person empfiehlt? Und wusstet ihr, dass wir Schweizerinnen und Schweizer täglich im Schnitt um die 80 bis 100 Gramm Zucker essen? Also nich nur ein bizi mehr, als empfohlen.

Meine Vorstellungskraft ist nicht so der mega Hit. Deshalb: 1 Würfelzucker entspricht 4 Gramm Zucker. Das heisst, der Durchschnitts-Schweizer und die Durchschnitts-Schweizerin essen täglich bis zu 25 Stück Würfelzucker. Grusig, oder? Und das Tragische: das gilt auch für unsere Kids.

Es sind nicht (nur) die Süssigkeiten problematisch

Und das noch Tragischere: dieser Zucker kommt nicht etwa von einem Stückli Kuchen, das wir uns genüsslich einverleiben, während der Nachwuchs endlich Mittagschlaf hält. Und auch nicht vom Reiheli Schoggi, dass wir schnell essen, wenn die Kinder grad nicht gucken. Ihr kennt das oder? Lasst mich jetzt bitte nicht damit allein *hüstel*.

Das wäre nämlich alles halb so wild. Der ganze Zucker kommt aus Fertigprodukten und aus Produkten, die wir vielleicht sogar für gesund und gut für uns und vorallem die Kids halten. Und nicht zu Letzt auch aus gezuckerten Getränken.

Wie sieht ein normaler Esstag in Schweizer Familien aus?

Zmorgä: Fruchtjoghurt, vielleicht mit ein paar Cornflakes oder Müesli, eine Frucht und dazu eine Ovi.

Znüni: Darvida, Rüeblistängeli und Hüttenkäse

Zmittag: Spaghetti mit Fertigtomatensauce (ja, wir hatten Stress) und Reibkäse, Salat und selbstgemachtes französisches Salatdressing

Zvieri: Mandarinenschnitzli und zwei Gutseli

Znacht: Weissbrot, Butter, Konfitüre, Honig, Käse und ein bizi Aufschnitt

Eigentlich nichts Schlimmes, bis auf die zwei Gutseli beim Zvieri, oder?

Leider doch!

Alleine der Zmorgä schafft es auf über 40 Gramm Zucker. Die Darvida und viele Hüttenkäse enthalten ebenfalls zugesetzten Zucker. Die Fertigsauce auch, genauso wie die mit Mayo und Senf und vielleicht einer Gewürzmischung selbst gemachte Salatsauce. Die Gutseli sind uns klar. Und beim Znacht findet sich ausser im Käse in allen Produkten Zuckerzusatz.

Den gezuckerten Kaffi, das Softgetränk oder den Schläcki, den der Nachwuchs vom Nachbarskind bekommen hat beim Spielen, ist da noch nicht dabei. Und so schaffen wir es ohne übermässig viele Süssigkeiten auf unsere 80 Gramm Zucker im Tag.

Ihr seht, das Schlimme sind nicht das Stück Kuchen oder das Möckeli Schoggi. Sondern der versteckte Zucker, der fast überall und völlig unnötig enthalten ist. Und leider eben oft da, wo wir ihn nicht erwarten.

Wie finden wir den Zucker?

Die Zutatenliste

Zucker hat viele Gesichter. Um ihn zu erkennen, müssen wir unbedingt die Zutatenliste lesen. Je weiter vorne in der Auflistung eine Zutat erscheint, umso mehr hat es davon drin. Kommt also Zucker an erster oder zweiter Stelle, lege ich persönlich das Produkt zurück.

Die Hersteller sind jedoch kreativ. Sie verändern Rezepturen so, dass dem Endprodukt verschiedene Zuckerarten zugefügt werden. So rutschen die einzelnen Zutaten auf der Zutatenliste nach hinten. Ausserdem trägt Zucker viele schöne Namen. Einige davon erkennen wir nicht ohne weiteres als Zucker oder gehen sogar noch davon aus, dass es sich um „gesunden“ Zucker handelt. Wie das oft bei der Fructose der Fall ist. Gesunde Süsse aus Früchten, you know?

Wer hat denn auch Zeit, im Laden zu recherchieren, wenn ein Kind schreit, weil die Cars-Joghurt nicht gekauft werden, das andere mit dem Mini-Wägeli davon düst und wir eigentlich schon längst wieder zu Hause sein sollten? Richtig – kein Mensch. Spiel, Satz und Sieg für den fiesen Hersteller und peace man für alle Eltern!

Eine Liste der wichtigsten Zucker und wie sie heissen, habe ich am Ende dieses Posts zusammengestellt.

zugesetzter Zucker
Hier das Beispiel einer Hafermilch. Sie enthält von Natur aus Zucker, jedoch keinen zugesetzten Zucker.

 

Die Nährwertangaben

Für viele Zuckerfreiler/innen – so sehe auch ich das – gilt die Grenze von 0.5 Gramm Zucker auf 100 Gramm als in Ordnung. Diese orientiert sich an der erwähnten Empfehlung der WHO. Mit dieser Limite gehen diverse Produkte dann trotzdem, obwohl sie Zucker zugesetzt haben. Trockenfleisch oder Hüttenkäse und Hummus sind Beispiele dafür. Wobei es bei all diesen Produkten von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein kann und deshalb immer wieder nachgeschaut werden muss.

Vorsicht ist auch geboten, bei der Menge. Oft werden nicht nur die Nährwerte pro 100 Gramm, sondern auch diejenigen, pro Portion aufgedruckt. Das kann verwirren.

Viele oder fast alle Produkte enthalten von Natur aus Zucker. Dabei ist aber nicht von zugesetztem Zucker die Rede. Dennoch erscheinen diese Zuckermengen auch in den Nährwertangaben. Beispielsweise der Milchzucker in Milch oder der Fruchtzucker in ganzen Früchten. Dies ist auch der Grund, weshalb immer Zutatenliste und Nährwertangaben gelesen werden müssen.

zugesetzter Zucker
Hier die Nährwertangaben und Inhalte eines Joghurts. Die Zuckerarten wurden hier aufgeteilt. Dieser Joghurt enthält sehr viel zugesetzten Zucker ohne, dass das Wort „Zucker“ in den Nährwertangaben erwähnt wird.

 

Mit diesem Wissen ist es uns allen möglich, den versteckten Zucker einfacher zu finden und uns von Produkten, die wirklich komplett verzuckert sind zu distanzieren. Auch dann, wenn die Kinder beim Einkauf mal wieder alles geben und keine Zeit für Recherchen bleibt ;-).


Hier eine nicht abschliessende Liste von Namen, die schlussendlich alle zugesetzten Zucker bedeuteten:

  • Raffinose
  • Malzextrakt (Gerstenmalzextrakt)
  • Glukose-Fructose-Sirup
  • Saccharose
  • Fruchtzucker
  • Dicksäfte (Birnendicksaft, Apfeldicksaft, Agavendicksaft)
  • Maltodextrin

Grundsätzlich kannst du dir merken: alle Zutaten, die mit der Endung -zucker, -ose, -sirup und -dicksaft enden, sind nichts anderes als zugesetzter Zucker.

 

 

 

Hey! Hinterlasse mir hier deinen Kommentar.