Projekt: zuckerfrei #40 DONE!

Tatsächlich ist heute Karfreitag und das Projekt: zuckerfrei 2017 endet. Ich habe es geschafft, mich 40 Tage lang ohne Zucker zu ernähren. Ja, ich bin stolz darauf. Es gab keinen einzigen Ausrutscher, keinen Rückfall und keine Entzugserscheinungen.

Als ich es begann, waren wir gerade aus unseren Skiferien zurück und jetzt sind wir bereits mitten im Frühling angekommen. Und ich sitze da und tippe den letzten Blogpost zur Serie Projekt: zuckerfrei 2017.

Für heute habe ich euch mein persönliches Fazit angekündigt, das ich aus der Challenge ziehe. Nun ja. Wo kann ich denn beginnen?

Geschaft!

Nun ja, es ist ein tolles Gefühl, die Challenge geschafft zu haben. Nicht eine einzige Einladung wurde während dieser Zeit zum Problem oder einer „Falle“. Letzte Woche musste ich ein Mittagessen in einem Restaurant einnehmen. Ich kann zwar nicht garantieren, dass nicht in der verwendeten Bouillon oder einem Gewürz Zucker enthalten war. Dennoch habe ich für mich nach bestem Wissen die Menuwahl getroffen und auf ein Dessert verzichtet. Das gilt für mich als in Ordnung ;-).

Meine Erwartungen haben sich dahingehend erfüllt, als dass es für mich wirklich eine Herausforderung war. Es war oft nicht einfach, quasi das komplette Essen selbst zuzubereiten, zu planen, vor zu kochen und so weiter. Ebenfalls habe ich festgestellt, dass es wirklich erschreckend ist, wo überall Zucker zugesetzt ist und das obwohl ich zuckerreduziert schon lange praktiziere. Ich stelle mir vor, dass jemand der sich bisher nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat und dann umstellt, noch sehr viel mehr AHA-Erlebnisse zu verzeichnen und vielleicht auch Hürden zu überwinden hätte.

Ebenfalls erfüllt haben sich meine Hoffnungen hinsichtlich dessen, dass ich kein Zuckrombie mehr sein werde. Was ich damit meine? Als ich vor ein paar Tagen die offenen Mini-Schoggihäsli in die Osternestli der Kinder verteilte, nahm ich den schokoladigen Geschmack zwar als angenehm und fein wahr, der Verzicht fiel aber im Gegensatz zu früher relativ einfach. Ja ehmm, hätte ich sie aufgefuttert, hätte ich das Problem gehabt, kein Füllmaterial mehr zu haben *hihi*. Nein, dieses körperliche Verlangen nach Schokolade oder etwas Süssem ist verschwunden. Genau dieses Verlangen hätte mich früher dazu getrieben, spätestens nach Befüllen der Osternestli selbst nach irgendetwas Schokoladigem zu greifen. Womöglich noch in einer völlig irrationalen Dosis. Das war weg. Ich war Herrin meiner Sinne und konnte selbst entscheiden. Eben nicht getrieben vom Zuckerteufel. Das finde ich sehr befreiend.

Gluscht, was sit damit . . .

Natürlich habe ich Gelüste, gerade am Montag war so ein Tag. Wenig gegessen, Sport getrieben und abends kam der Heisshunger. Aber ich konnte mich dann für Nüsse anstelle der Chips oder einer Tafel Schoggi entscheiden und das ganz rational und ohne das Gefühl, von der Welt verarscht zu sein, weil ich jetzt nichts Süsses oder Ungesundes essen darf. Wisst ihr, was ich meine?

Die Gedanken an die Süssigkeiten und all das feine Zuckrige sind noch nicht ganz verschwunden. Es ist aber eine Kopfsache. Körperlich scheine ich es überstanden zu haben. Wäre das nicht so, hätte ich am vergangenen Montag bestimmt nicht zu Nüssen gegriffen. Und ebenso wenig hätte mich die Tatsache, dass ich nochmal los muss um Nachschub zu organisieren, von der Osterschokolade abgehalten. Das Umdenken und Umgewöhnen, das braucht Zeit.

Ich werde jetzt Schritt für Schritt weitergehen und so zuckerreduziert wie möglich leben. Die Balance, zwischen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben – das eben doch sehr oft mit Essen verbunden ist und wird – suchen und das möglichst ohne Druck.

Das Projekt: zuckerfrei 2017 hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt. Ich kann eine Challenge dieser Art wirklich nur weiter empfehlen. Nebst dem positiven Nutzen für die Gesundheit, bringt sie nämlich sehr viel Einsicht, Erkenntnis und zeigt einem auch so ein wenig, wer man ist.

Schatz hat durchgehalten . . .

Ah ja, öhm nicht dass es vergessen geht: Schatz! Er hat nämlich auch durchgehalten, jedenfalls fast ;-). Wobei die Ausnahmen wirklich kaum der Rede wert sind und nicht zu Hause, sondern anlässlich von drei Einladungen passiert sind. Einen kleinen Ausrutscher hat er zu verzeichnen, aber auch das finde jedenfalls ich gar nicht tragisch.

Er hat gute 7 Kilo abgenommen, fühlt sich noch immer sehr fit und ausgeglichen. Er hat ebenso viele Erkenntnisse mitgenommen, oft gestaunt und war oft überrascht. Ganz so abschliessend überzeugen konnte ihn die Zuckerfreiheit dennoch nicht. Das heisst überzeugen konnte sie ihn schon, aber für den längerfristigen Abschied vom Zucker, für den ist er nicht bereit. Da war die Zeit zu kurz. Im Gegensatz zu mir, war es für ihn nämlich eine Umstellung von 0 auf 100. Sich vorzustellen, nur noch bei speziellen Gelegenheiten zu Süssem zu greifen und auch das mehr aus gesellschaftlichen als auch eigenbestimmten Gründen, ist für ihn kein Thema. Er freut sich auf die Zeit nach der Challenge und wird auch bestimmt wieder Schoggi essen.


Zum Abschluss habe ich euch noch ein süsses – ja zuckerfreies – Rezept.

Schokoladencréme für 2 Personen

1 reife Avocado (Fruchtfleisch)

1 Banane

6 Datteln

2 TL Kakaopulver

Gewürze nach Belieben, z.B. Zimt, Kardamom und Muskat

Alles zusammen pürieren, bis eine Créme entsteht. Anrichten, mit etwas Kakao bestäuben und mit frischen Früchten servieren. Ich habe mich für Erdbeeren entschieden, die ich mit Rosmarin mariniert habe. E Guete!

Tipp: wer es etwas süsser mag und nicht gerade in der Zuckerfreichallenge steckt, in der auch auf Zuckerersatz verzichtet wird, kann ein wenig Stevia oder Xylit zufügen.

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6 Kommentare

  1. hydrogenperoxid 14. April 2017 at 15:40

    Ich verzichte weitestgehend auf Industriezucker und brauche nur noch das auf, was ich hier zu Hause habe. Danach steige ich komplett auf meine Zuckeralternativen um wie Kokosblütenzucker und anderes. Ich habe für mich gemerkt, dass ich eh mit weniger Zucker bestimmte Gerichte lieber esse. Ich bin wohl einfach nicht so eine süße 😀
    Ich finde es cool, dass ihr das zu zweit so ausprobiert habt. Die Schokoladencreme muss ich mir mal abspeichern

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    1. runningmami 14. April 2017 at 20:04

      Liebe Anni

      Ich wünsche dir gutes Gelingen für deine Zuckerfreiheit. Toll, mlchtest du das tun. Und ich freue mich, wenn du ab und an bei mir vorbei schaust. Geplant habe ich regelmässige Beiträge zum zuckerfrei leben 😉.
      Grüsse
      Anita

  2. Lotta 28. September 2017 at 15:40

    Hey Anita,
    früher hab ich in der Fastenzeit auch oft auf Schokolade und Süßes verzichtet. Und hatte meist ähnlich Erfahrungen wie du in deiner Challenge. Nach 40 Tagen war die Lust auf Zucker komplett verschwunden und hätte ich nicht wieder angefangen, hätte ich das wohl noch lange durchhalten können. Heute bin ich nicht mehr so streng, esse aber eindeutig weniger künstliche Kohlenhydrate. Normalen Zucker hab ich sowieso nicht mehr im Haushalt. Man merkt mit der Zeit, wie süß viele natürliche Lebensmittel doch sind. Schon ein Apfel oder eine Banane reichen. Wenn ich aber wirklich mal richtig Bock auf Süßes habe, greife ich auch dazu. Ich finde, wenn man sich sonst unter Kontrolle hat, darf das in seltenen Fällen auch mal sein!
    Liebe Grüße,
    Lotta

    1. runningmami 28. September 2017 at 15:50

      Hallo Lotta

      Man muss ein bizi seinen Weg finden. Das ging/geht mir auch so. Und alles was weg fällt an Zucker ist ein guter Schritt – finde ich. Danke für deinen Kommentar.
      Herzlich
      Anita

  3. GP von Bern und m(k)ein Trainingsplan - Running-Mami Blog 28. Januar 2018 at 16:20

    […] die Zuckerfrei-Challenge und der Familienalltag forderten ihren Tribut in den letzten Wochen, so dass der Sport zu kurz kam. […]

  4. Projekt: zuckerfrei Tag #33 und bald ist es geschafft, oder? - Running-Mami Blog 13. Februar 2018 at 11:25

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