Corinne – die sportliche Powerfrau

Heute erzählt uns Corinne aus ihrem Leben als sportliche Mama und liefert sogar ihren persönlichen Verpflegungstipp für den Marathon.

Du bist selbst eine Mama, die viel Bewegung braucht? Melde dich und werde Teil der Serie #sportlichemamis. Dafür brauchst du keine Spitzensportlerin zu sein. Alle Mamas, die Sport/Bewergung und Mutterschaft irgendwie kombinieren, sind hier willkommen!

STECKBRIEF

Wie alt bist du: 41 Jahre

Mit wem lebst du zusammen: Ich wohne mit meinem Mann und unseren 3 Kindern zusammen

Wie alt sind deine Kinder: Mädchen 8 Jahre und Zwillings-Jungs 6 Jahre

Welchen Sport betreibst du: Läuferin, Rennvelo, Fitnesstraining & was gerade kommt und Spass macht!

Seit wann schon: Vor 13 Jahren habe ich meinen ersten Marathon gelaufen. Davor habe ich über 15 Jahre Volleyball gespielt, Inline-Wettkämpfe, Triathlon und den Gigathlon absolviert.

Wie oft und wie lange trainierst du pro Woche: 6 – 7 Trainings, ungefähr 12 Stunden je Woche.

Dein persönliches Sporthighlight bisher: Das ist sehr schwierig – ich hatte schon viele tolle Erlebnisse! Am Couple-Gigathlon nach 5 Disziplinen in 2 Tagen die Ziellinie zu überschreiten war unglaublich schön, mein erster Marathon-Finish und natürlich auch mein Post-Mama Marathon sind wohl die Top 3.

Wenn du erwerbstätig bist, mit welchem Pensum: 70%

Hoi Corinne, ich freue mich sehr, dass du uns ein paar Tipps und Erfahrungen weitergeben willst. Du bist dreifache Mami, darunter Zwillinge. Fünf Monate nach deren Geburt bist du wieder einen Marathon gelaufen? Wie war das für dich?

Ich bin damals mit mässigem Training und vor allem viel zu wenig langen Einheiten an den Start gegangen, ich habe mich gefreut zu starten und einfach laufen zu dürfen. Die ersten 10 km bin ich mit einem Mann gelaufen, natürlich viel zu schnell aber wir haben uns wunderbar unterhalten. Danach bezahlte ich etwas für die zu hohe Anfangspace, kam aber gut vorwärts. Bei km 38 hat mich eine Bekannte überholt und ich habe beschlossen, mich ihr anzuhängen – und es hat geklappt. Die Zeit war mit 4h 08min absolut in Ordnung und ich war überglücklich das es so gut geklappt hat!

Corinne - sportlichemamis

Warst du immer schon sportlich oder bist du – ähnlich wie ich – eher eine mit später Einsicht? Hast du auch in der Schwangerschaft trainiert?

Sport gehörte von Anfang an zu meinem Leben. Als Kind durfte ich Geräteturnen, Judo, Schwimmen, Sportgymnastik und Volleyball ausprobieren und trainieren. Bald kristallisierte sich Volleyball, sicherlich auch weil mein Mami Volleyball spielte, als „mein“ Sport heraus. Von 12 bis 27 jährig stand ich 3 – 5 x die Woche in einer Turnhalle und schaffte es als Zuspielerin in die 1. Liga.

Nach einer Schulterverletzung war Volleyball Geschichte und ich fokussierte mich zunächst auf Inlineskating und Triathlon. Die Schulter musste allerdings immer wieder operiert werden und nach der vierten Operation habe ich meine „Laufkarriere“ lanciert – alle anderen Sportarten waren lange nicht möglich.

Bei der ersten Schwangerschaft lief ich bis Mitte des achten Monats noch 1 Stunde. Ich hatte mir einen Bauchstützgurt gekauft, um das Gewebe zu schonen und natürlich lief ich ab dem siebten Monat nicht mehr alleine los. Das Fitnessstudio besuchte ich 6 Tage vor der Entbindung zum letzten Mal. Ich hatte nie Schmerzen und fühlte mich auch am Ende der Schwangerschaft noch gut. Bei den Jungs hatte ich im sechsten Monat eine kleine Komplikation und durfte keinen Sport mehr machen.

Trainierst du nach einem Trainingsplan oder spontan? Mit oder ohne Sportuhr?

Ich habe einen Trainingsplan für die Laufeinheiten, daran halte ich mich zu 70%. Ich bin kein Profi und nehme mir deshalb die Freiheit, meinem Gefühl zu folgen. Wenn ich also Lust auf einen Berglauf habe mache ich den, Trainingsplan hin oder her. Für Intervall und für die langen Läufe ist es aber wichtig, eine Planung zu haben. Ich trainiere immer mit meiner Garmin Forerunner 235. Das Konzept hat sich bisher bewährt, denn ich konnte meine Marathonzeit im letzten Herbst auf 3h 33min verbessern.

Wie organisierst du dich mit deiner Familie? Wann hast du Zeit für dein Training? Musstest oder musst du dir Trainings manchmal erkämpfen?

Als die Jungs auf die Welt gekommen sind war Jil, unsere Tochter, noch nicht einmal zwei Jahre alt. Mit drei so kleinen Kindern hatte ich mehr als alle Hände voll zu tun. Aber ich habe bereits damals nach dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ gelebt. Ich bin mit meinem Mann aufgestanden, habe die Kinder fertig gemacht und dann sind wir ins Fitnessstudio gefahren. Kids im Kinderhort und ich auf dem Laufband oder sonst im Trainingsbereich. Für mich war dieses Konzept sehr lange Gold wert. Ich konnte trainieren und war innert kurzer Zeit bei den Babys, wenn sie mich gebraucht haben. Am Wochenende oder wenn ich die Kinder einmal kurz abgeben konnte, bin ich draussen laufen gegangen. Am Weekend dann oft mit dem Zwillingskinderwagen. Das war ein tolles Kraft- / Ausdauertraining!

Ich würde nicht sagen, dass ich mir mein Training erkämpfen muss, es ist eher das Training „erplanen“. Ich schaue mir meine Woche an und plane die Trainings fest ein. Lange Läufe spreche ich mit meinem Mann ab und bin auch gerne bereit, einen Teil vom Schlaf zugunsten vom Training einzusetzen.

Kommt es vor, dass du einen Hänger hast? Zum Beispiel weil die Kinder krank waren, die Nächte kurz oder du sonst sehr eingespannt bist. Wie motivierst du dich? Und wo sind deine Grenzen zwischen lediglich fehlender Motivation und Ruhe, die der Mamakörper vielleicht einfach zwischendurch braucht?

Ich bin nicht so der „Ruhemensch“. Kann ich mich nicht bewegen, bin ich nicht ausgeglichen. War die Nacht schlecht, kann der Tag nur besser werden und mit Sport bin ich wacher und zufriedener. Motivationshänger habe ich eigentlich keine – manchmal braucht es dann einfach eine Trainingsanpassung, also ruhiger Dauerlauf statt Intervall oder Fitness statt Laufen.

Was denkst du über Ernährung im Zusammenhang mit Sport – in deinem Fall dem Laufsport? Achtest du auf etwas speziell? Gibt es einen Geheimtipp aus deinem persönlichen Erfahrungsschatz?

Als Vegetarierin muss ich natürlich etwas aufs Eiweiss achten. Ich esse jeden Tag meine 250 g Magerquark und dazu frische Früchte. Zu den Hauptmahlzeiten nehme ich auch eine Eiweissalternative zum Fleisch. Ansonsten ist es mir wichtig, dass wir als Familie gesund und ausgewogen essen. Frisches Gemüse und Früchte gehören bei uns jeden Tag auf den Tisch.

Beim Marathon schwöre ich auf eine Kombination von Gels, Banane und Wasser! Damit bleibt der Hammermann Zuhause (lacht).

Zum Schluss eine letzte Frage: Stell dir vor, du könntest einen ganzen Tag nur nach deinen Wünschen gestalten. Keine Verpflichtungen, keine Termine und Geld spielte keine Rolle. Wie würde dein Tag aussehen?

Ich bräuchte eine Verlängerung auf drei Tage und würde den Flieger nach Boston zu meiner Freundin nehmen. Mit ihr zusammen einen Trainingslauf machen, viel diskutieren, fein essen und dann wieder zurückfliegen. Sie ist auch Läuferin – eine von den ganz Schnellen!

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