Slow Jogging: mach mal langsam

Slow Jogging ist zur Zeit der neueste Hype und so ein bizi stehe ich ja auf Hypes. Und ich muss sagen, nach eingehender Prüfung und dem Eigenversuch, hypt es also echt zu Recht. Daneben ist es wirklich eine gelungene Sache für Mums, die den ganz normalen Alltag zu stemmen haben. Und das dürfte auf die grosse Mehrheit von uns zu treffen. Schlafen, Trainieren und Essen nach Plan, fällt da ja planmässig flach. Sport muss also immer alltagsvereinbar sein. Und slow Jogging erfüllt hier die hohen Anforderungen zimli gut.

Noch nie gehört?

Slow Jogging ist tatsächlich eine Art langsames Jogging. Stammen tut’s aus Japan und erfunden hat’s der japanische Sportphysiologe Prof. Dr. Hiroaki Tanaka. Er ist mit dieser Technik gar Marathons gelaufen. Es eignet sich supi für alle Menschen, die auch Gehen können. Das ist denn auch grundsätzlich die wichtigste Voraussetzung. Im Gegensatz zu herkömmlichem Joggen, kann jede und jeder damit beginnen. Es ist sanft, effizient und viel schonender, als normales Joggen. Deshalb ist es auch perfekt für alle, die mehr Bewegung in ihr Leben bringen möchten, sich aber eher als unsportlich bezeichnen und sogar für Übergewichtige geeignet, denen aufgrund der grossen Belastung des Stützapparates (besonders Knie- und Fussgelenke) oft vom Joggen abgeraten wird.

Was ist anders?

Anders als beim normalen Jogging wird der Boden beim Laufen mit dem Mittelfuss anstatt mit dem Fersen zuerst berührt. Man macht viele kleinere Schritte – es sieht manchmal ein bizi aus wie sehr schnelles Walking – jap nicht chic aber effizient. Laut Statistik werden dabei doppelt so viele Kalorien wie beim Walking verbrannt und ebenso viele, wie bei schnellem Laufen. Durch diese Technik gerät man nicht ganz so schnell aus der Puste, was den Spassfaktor gerade bei Anfängern und Anfängerinnen erhöht und das Erfolgserlebnis grösser macht.

Kombi mit dem Mamaalltag

Ich finde: eine geniale Kombi! Es lässt sich eigentlich immer und überall ausüben und es schlaucht viel weniger, als ein hartes Training. Auch dann, wenn die Nacht mal kurz oder der Tag dammi lang war. Ein Rundeli slow Jogging kriegt Mama auch mit müden Beinen noch hin und das Hirni verlüftet prima dabei. Meist fühle ich mich danach besser und fitter als vorher, auch dann, wenn ich mir selbst einen kleinen Arschtritt dafür verpassen musste und weder Energie für Krafttraining noch Intervall habe. Laufbuggy geeignet ist es übrigens auch.

Und die ambitioniereten Mamas mit sportlichem Ziel?

Wer natürlich zum Ziel hat, einen Halbmarathon unter zwei Stunden zu laufen oder so, für den oder die wird slow Jogging in diesem Rahmen kaum ausreichen. Da braucht es dann halt trotzdem den Trainingsplan, an den man sich mehr oder minder halten können sollte – und die entsprechend notwendige Organisation und Untersützung im Umfeld.

Aber auch hier: slow Jogging ist eine prima Variante, regeneratives Training einzubauen, weil es grundsätzlich immer im Wohlfühlbereich stattfindet. Ich mag daran, dass ich persönlich danach das Gefühl habe, Sport gemacht zu haben. Das bleibt zumindest bei mir, bei schnellem Laufen im regenerativen Bereich oft aus. Hello Kopf, ürks. Ausserdem empfinde ich persönlich den Bereich bei ca. 6-7 km/h, laufend als eher unangenehm. Da würde ich dann gerne ins Jogging wechseln, komme dann aber oft pulstechnisch zu hoch, weil ich die Tendenz habe, dann schneller zu laufen oder muss mich ständig mit der Pulsuhr kontrollieren. Mit dem slow Jogging konnte ich dieses Problem für mich simpel lösen.

Und das brauchst du, um zu starten

Eigentlich nichts. Oder jedenfalls nichts, dass du nicht auch für eine andere Sportart benötigen würdest.

Es empfiehlt sich natürlich eine angenehme Kleidung. Ich mag funktionelle Sportkleidung, da sie auch bei Schwitzen nicht schwer wird und am Körper kleben bleibt. Teuer muss die allerdings gar nicht sein.

Investiere lieber in die Schuhe:

Für das slow Jogging empfehlen sich Laufschuhe, die im Bereich der Ferse nicht allzu fest gedämpft sind, weil man hier mit dem Mittelfuss zuerst auf den Boden aufkommen sollte. Zu fest gedämpfte Schuhe im Fersenbereich verleiten zum Aufkommen auf den Fersen. Das ist fürs slow Jogging ungünstig. Die Sprengung des Laufschuhs (Höhenunterschied von der Ferse bis zu der Fussspitze) empfiehlt sich bei maximal 10 mm. Oder einfacher: die Laufschuhe sollten eine möglichst flache Sohle haben. Meine Meinung: für einen ersten Versuch muss man sich nicht gleich neue Schuhe zulegen. Für alle, die diese Art des Joggings allerdings regelmässig ausüben oder einbauen möchten, lohnt sich die Anschaffung bestimmt. Ausserdem macht es durchaus Sinn, mehr als ein Paar Laufschuhe im Einsatz zu haben und wer zwischen verschiedenen Joggingtechniken abwechselt, schlägt so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe und bringt Abwechslung in den Sportalltag. Wichtig ist, dass die Schuhe bequem sind. Denn mit unbequemen Schuhen läuft es sich schlecht – egal welche Technik man wählt.

So gelingt auch dir der Start:

Wenn du Anfängerin oder Anfänger bist, jogge langsam eine Minute und laufe danach für 30 Sekunden. Wiederhole das immer wieder. Nach kurzer Zeit wirst du die Laufpausen nicht mehr brauchen. Höre auf deinen Körper.

Du solltest während des Joggens immer mühelos sprechen können. Das gilt als Anhaltspunkt fürs Wohlfühltempo.

Und etwas vom Allerwichtigsten ist die Erholung. Denke daran, dass du nach jeder Anstrengung deinem Körper auch eine kleine Pause gönnst. Dass wir im Familienalltag nicht noch nach jedem Training ein halbes Stündli chillen können, weiss ich. Aber sich bewusst 5 oder 10 Minuten Zeit nehmen, eine entspannende Atemübung ausführen, eine leichte Yogaübung oder einfach in Ruhe ein Glas Wasser trinken, gehört genau so zum Training, wie die Anstrengung.

Also, worauf wartest du?

2 Kommentare

  1. AngelikaF 2. September 2018 at 11:42

    Hört sich zumindest sehr interessant an. Und ist gerade jetzt zu Beginn meiner Schwangerschaft eine willkommene Abwechslung um etwas Bewegung zu bekommen. Ich gebe allerdings zu, das ich nach dem ersten Male erst mal eine Massage gebraucht hat. Die Unbekannte art zu laufen hat mich doch sehr beansprucht

    1. Anita 4. September 2018 at 13:08

      Liebe Angelika
      Ja, das glaube ich dir. Und sowieso, wenn du schwanger bist. Manchmal braucht der Körper einen Moment, sich an eine neue Technik zu gewöhnen. Ich wünsche dir alles Gute für deine Schwangerschaft und viel Spass beim Laufen. Herzlich, Anita

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