Xylit: Ja oder nein und für Kinder?

Wer hier mitliest weiss, dass ich eine dieser Anti-Zucker-Mums bin. Hallo Schublädli, gälled. Nicht, dass ich Zucker per se verteufeln und auch nicht, dass ich selbst nie etwas Zuckriges essen würde. Oder meine Kinder, hüstel. Nur erschliesst sich mir der Sinn halt einfach noch immer nicht – genauer und ehrlich finde ich es sogar ein bizi verwerflich – weshalb in so vielen Produkten, die nicht mal süss sind oder sogar als gesund wahrgenommen werden, so viel zugesetzter Zucker enthalten sein muss.

Welcher Zucker denn?

Wenn ich von zugesetztem Zucker rede, meine ich den hundskomunen Haushaltszucker oder Kristallzucker (in all seinen Formen und mit all seinen Namen), der aus Saccharose besteht. Saccharose wiederum ist ein Zweifachzucker, bestehend aus Glukose und Fructose. Das ist jeweils noch wichtig, damit wir vom selben reden. Und so.

Zucker kann schon Teil einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung sein und gegen das Stück Schoggi-Geburikuchen, eine Glace im Sommer oder ab und an mal einen feinen Cocktail, habe ich absolut gar nichts einzuwenden. Da weiss und sieht man ja auch auf Anhieb, worauf man sich einlässt. Problematisch wird es aber dann, wenn unser Zuckerkonsum und der unserer Kinder durch das Essen von Fertigprodukten, mit Zucker angereicherten Nahrungsmitteln und zusätzlich viel Süssem sehr hoch ist. Und das Tag für Tag.

Xylit als Alternative

Eins vornweg: gesund und Zucker – auch Alternativen – ist schwierig. Es ist hier doch das Bewusstsein nötig, dass Genussmittel eben für den Genuss sind. Den sollte man zelebrieren, aber halt in Massen.

Hat man dieses Bewusstsein, können Zuckeralternativen eine gute Sache sein, eine bewusste Lebensweise zusätzlich unterstützen, das Süsse im Alltag und das Verlangen nach Süssem etwas entschärfen. Wer aber natürlich täglich 200 g einer Alternative zu sich nimmt und dabei meint, dies sei gesund? Ebe, schwierig.

Xylit – was ist das?

Xylitol ist ein Zuckeralkohol, der natürlich vorkommt und sogar vom menschlichen Körper selbst gebildet werden kann. Er ist also nicht synthetisch hergestellt – was mir grundsätzlich sympathisch ist – und kann vom Menschen verstoffwechselt werden.

Xylitol wird ursprünglich aus der chemischen Veränderung von Holzzucker gewonnen. Der kommt zum Beispiel in Birkenholz und Maiskolben vor und entsteht unter anderem als Abfallprodukt bei der Herstellung von Papier. Xylitol wird vermehrt auch industriell aus Maisstärke gewonnen. Hier wird immer mal wieder der Verdacht laut, dass es sich um gentechnisch veränderten Mais handeln könnte. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf von Xylit die Augen offen zu halten und vielleicht auch mal kritisch zu hinter- oder nachzufragen. Wenn einem solche Dinge wichtig sind.

Xylit und Kinder

Ich persönlich mag Xylit als Alternative sehr. Warum? Er macht ohne grosses Tamtam meinen Alltag einfacher. Und (fast) alles, was meinen Alltag leichter macht, ist welcome! Weil: Er lässt sich genau gleich verarbeiten wie Zucker. In Rezepten lässt sich Zucker 1:1 mit Xylit ersetzen und er schmeckt – vor allem in Gebäck und warmen Getränken – wirklich sehr gut. Kaum jemand hat in meinen Kreationen bisher bemerkt, wenn ich herkömmlichen Zucker ersetzt habe. Es sei denn, ich hätte die Menge und damit die Süsse reduziert. Das fällt dann aber auch beim normalen Zucker auf.

Was hingegen oft beschäftigt – auch mich: Ist diese Zuckeralternative okay für die Kinder?

Tragisch ist doch – und das einfach so kurz vorab, als kleiner Gedanke – dass wir uns diese Frage bei Zucker praktisch nie stellen. Item. Wird Xylit bewusst eingesetzt und in Massen konsumiert, kann ich diese Frage für mich bejahen. Ich ziehe Xylit normalem Zucker absolut vor. Dies meine persönlichen Gründe:

  • Xylit ist zahnschonend und kann von Kariesbakterien nicht verwendet werden – es empfiehlt sich sogar zur Mundhygiene.
  • Xylit hat 40% weniger Kalorien als Zucker.
  • Der Blutzuckerspiegel steigt durch den Konsum von Xylit nicht an, weil die Verstoffwechselung im Gegensatz zu normalem Zucker, ohne Insulin erfolgt.
  • Zucker kann ohne Umstände und Experimente in Rezepten ersetzt werden und der Geschmack bleibt gerade in Gebäck quasi unverändert.

Das sollte beachtet werden:

  • Vorsicht ist geboten, wenn eine Umstellung erfolgt und ein Organismus noch nicht an Xylit gewohnt ist. Dann kann es wegen der wasserbindenden Wirkung zu Blähungen und Durchfall kommen. Hier einfach langsam beginnen, den Zucker zu ersetzen. Der Körper gewöhnt sich daran. Die Empfehlungen – ohne Gewähr – gehen von gut verträglichen 0.6 – 0.8 g/pro Kilo Körpergewicht aus. Ein Kind von 20 kg kann also ohne Gewöhnungseffekt ca. 14 g Xylit am Tag vertragen. Gehen wir von einem Kuchen mit 200 g Zuckeralternative und 12 Stücken aus, enthält ein Stück knapp 17 g Xylit.
  • Kinder unter einem Jahr sollten kein Xylit konsumieren. Hier orientieren sich die Empfehlungen an denen für herkömmlichen Zucker und Honig. Auch diese Nahrungs- und Lebensmittel werden für Kinder unter einem Jahr nicht empfohlen.
  • Hunde können Xylit im Gegensatz zu  Menschen nicht verschoffwechseln und dürfen auf keinen Fall davon essen. Es ist für sie tödlich.
  • Auch wenn Xylit nicht synthetisch hergestellt wird, der menschliche Organismus diesen Stoff selbst bilden kann und oft mit seiner Natürlichkeit geworben wird: es handelt sich um ein industriell gefertigtes Produkt. Genauso wie übrigens auch beim herkömmlichen Zucker.

Schlussendlich bleibt kaum etwas anderes übrig, als für sich selbst zu entscheiden, was passt und okay ist. Für mich persönlich ist Xylit ein familientauglicher Zuckerersatz, der sich ohne grosses Herumpröbeln in den Alltag integrieren lässt. Und mit seinen vielen positiven Eigenschaften dem Zucker allemal einen zünftigen Arschtritt verpasst.

Xylit
Für Pinterest!

Wo gibt es Xylit zu kaufen?

Mittlerweile ist er in Drogeriemärkten und sogar in grösseren Coop-Einkaufsläden erhältlich. Ich bestelle meinen Xylit vorzugsweise bei der Firma Xucker direkt oder bei nu3.

Hier gibt es Rezepte mit Xylit:

Ein feiner Cheescake: zuckerfrei und mit hochwertigen Zutaten

Süsses für den Brunch: Brötchen sugarfree mit Xylit

Auf meiner Pinnwand Zuckerfrei bei Pinterest finden sich ausserdem viele weitere, zuckerfreie Rezeptideen.

 

 

2 Kommentare

  1. Coozzy Wohnung 24. Oktober 2018 at 15:11

    Hallo,
    das lesen wir zum ersten Mal echt klasse – gefällt uns sehr sehr gut

    gruss Coozzy Team

    1. Anita 25. Oktober 2018 at 18:01

      Hey liebes Coozzy Team
      Vielen Dank für die Blumen. Ich freue mich! Herzlich, Anita

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