Warum dich Vergleiche ausbremsen und wie du andere für deine Motivation nutzen kannst

Heute möchte ich dir zeigen, warum dich Vergleiche oft ausbremsen und wie du andere trotzdem für deine Motivation nutzen kannst. Kürzlich meinte eine Kundin zu mir:

„Ich habe jemanden getroffen, ich kenne sie von früher. Sie hat so toll ausgesehen, so viel abgenommen. Da habe ich sie gefragt, wie sie das geschafft hat, immerhin hat sie auch kleine Kinder, Job, Haus. Sie meinte, nur durch Bewegung. Mich frustriert das, ich mache auch Sport, achte auf meine Ernährung aber bei mir funktioniert es einfach nicht.“

So. Und genau das bekomme ich so oder so ähnlich fast wöchentlich von meinen Kundinnen zu hören.

Vergleiche müssen 100% stimmen, was nie geht

Wir neigen alle dazu, uns ständig zu vergleichen. Daran wäre nichts Schlimmes, wenn uns diese Vergleiche motivieren würden. Oft passiert es aber, dass der Vergleich uns demotiviert. Uns ein schlechtes Gefühl gibt, uns an uns selber zweifeln lässt und wir uns dann als Versagerinnen fühlen. Die beste Nahrung also für ein schlechtes Mindset. Genau, was wir nicht wollen!

Wenn ich also solche Sätze von meinen Coachees zu hören bekomme oder mich auch mal selbst dabei ertappe, frage ich meine Kundin (oder mich selbst):

  • Haben diese andere Person und du die komplett identischen Voraussetzungen? Hast du das gecheckt oder einfach nur danach gefragt, wie sie es gemacht hat und dir den Rest zusammen gesponnen? Wie lange hat euer Gespräch gedauert, 10 Minuten?

Faktor: Körperliche Voraussetzungen

Natürlich haben wir alle per se körperlich nicht die gleichen Voraussetzungen. Während einige von uns einen grossen Busen haben, haben andere einen Kleinen. Und daran lässt sich – ohne chirurgischen Eingriff – meist nicht so einfach etwas verändern. So verhält es sich auch mit unseren anderen Proportionen. Die einen haben eine sehr weibliche Figur, egal bei welchem Gewicht, während andere eher lang und schmal gebaut sind. Verstehst du, was ich meine?

Faktor: Persönliche Voraussetzungen

Dazu kommen die Voraussetzungen, die wir uns selbst schaffen können oder die uns von der Umwelt geschaffen werden. Nimmt jemand sehr schnell, sehr viel ab, sind vielleicht persönliche Probleme mit ein Grund. Auch die Einnahme eines Medikamentes (z.B. Antidepressiva) kann sich auf das Gewicht auswirken. Darüber wird die Person, die du eben mal triffst, vielleicht nicht einfach so berichten wollen. In 10 Minuten!

Faktor: Sport und Bewegung

Jedesmal, wenn ich von einer Kundin solche Sätze höre, höre ich heraus, dass sie selbst bereits Sport macht, es aber nicht schafft, noch mehr zu machen. Oft ist dieser Satz damit verbunden, dass geglaubt wird, Sport sei die einzige Lösung um schlank zu werden. Und hinter dieser Bemerkung lauert die Verzweiflung, das schlechte Gewissen und Stress. Weil es ihr selbst nicht möglich ist, nebst Familie, Job und Alltag noch mehr zu machen. Das alles übersäuert uns, lass es also. Sport und Bewegung sind auf jeden Fall ein Schlüsselfaktor zu einem schönen, schlanken und definierten Körper. Aber ich darf dir garantieren – sofern nicht jemand Tag und Nach joggt oder Profi-Sportlerin ist – wird es ohne auf die Ernährung zu schauen allwäg nicht mit Sport allein geklappt haben.

Faktor: Disziplin

Oftmals glauben meine Kundinnen, gegenüber der anderen Person viel zu wenig diszipliniert zu sein. Ich höre dann Sätze wie, sie wolle doch auch leben, Teil einer Gesellschaft sein, zu der Essen nun mal gehört, sich im Sommer auch mal ein Bierchen gönnen oder am Weekend einen Teller Spaghetti essen. Das will sie zwar auf der einen Seite, auf der anderen wirft sie sich dann aber genau das vor. Du ahnst es, oder? Das ist Nahrung für dein schlechtes Gewissen und dein schlechtes Mindset!

Ja, es braucht ein wenig Disziplin, wenn du deine Ernährung und deine Gewohnheiten umstellen möchtest. Übertriebene Selbst-Disziplin halte ich jedoch für höchst ungesund. Sie wird dir bestimmt helfen, schnell voran zu kommen. Aber meist ist das nicht nachhaltig. Weil du so nicht auf ewig wirst leben können. Du musst einen Weg finden, der zu dir und deinem Leben passt! Und zwar so, dass du ihn möglichst einfach jeden Tag, Woche für Woche gehen kannst. So bleibst du an deinem Ziel dran. Und frage doch mal diese andere Person, wie lange sie dafür gebraucht hat. Es kann ja sein, dass sie in der langen Zeit eures Nichtsehens, ständig daran gearbeitet hat und es nur in deinem Kopf existiert, dies sei in gefühlt zwei Monaten passiert.

Warum Vergleiche deiner Abnahme schaden

Faktor: social Media

Vergleiche passieren sehr oft auch über social Media. Instagram ist dafür bestens geeignet, aber auch die vielen vorher/nachher Bilder auf facebook richten oft mehr Schaden als Nutzen an. Die selbe Spirale beginnt sich hier zu drehen. Du siehst ein tolles vorher/nachher Bild und vergleichst deinen jetzigen Zustand mit dem der Person auf dem Foto. Der Person, die schon am Ziel angekommen ist. Du machst dich schlecht, denkst, das nie zu schaffen und so weiter.

Vergiss niemals, dass dir ein solches Foto nicht den Weg dieser Person zeigt. Du siehst nur das Ergebnis! Alles andere passiert in deinem Kopf! Und beantworte mir diese Frage: was für Fotos postest du von dir selbst bei social Media? Ich beantworte sie dir aus meiner Sicht stellvertretend: Ich poste Fotos von mir selbst, die mir gefallen, die gelungen sind, die bearbeitet oder sogar von einem Profi gemacht worden sind. Frontalaufnahmen von meinen Oberschenkeln, mein von unten fotografiertes Gesicht oder ein Vergleichsbild von mir selbst in nicht zusammenpassender Unterwäsche, vor meinem nicht gemachten Bett im Hintergrund, mit schlechter Belichtung, das behalte ich ganz für mich alleine. Du wahrscheinlich auch oder? Das tun im Fall alle! Also immer vorsichtig sein. Niemand ist perfekt oder hat ein perfektes Leben. Freue dich also einfach an den tollen Fotos, aber mach dir keinen Druck deshalb.

Faktor: deine Ziele und Erfolge

Meist haben meine Kundinnen, von denen ich solche Sätze zu hören bekomme, selbst schon Teil-Ziele erreicht. Das vergessen sie komplett! Du hast ebenfalls schon 3 kg abgenommen? Machst mehr Sport? Kochst gesünder? Merkst, dass dir deine Kleidung lockerer sitzt? Dann bist du auf dem richtigen Weg! Es geht nicht von heute auf morgen, aber du arbeitest daran! Sage dir das immer wider, wenn dich ein Vergleich droht, runter zu ziehen.

Lass dich durch Vergleiche motivieren, anstatt runterziehen

Hier 5 konkrete Tipps, wie du solche Vergleiche für dich nutzen kannst:

  1. Vergiss nie, dass du niemals zu 100% weisst, was eine andere Person getan hat, um ans Ziel zu kommen. Menschen sind ausserdem nicht immer vollständig ehrlich oder erzählen dir alles.
  2. Lass dich von Instagram-Profilen, die dir gefallen motivieren. Schau dir nicht nur die Bilder an, lies auch die Texte der Menschen. Und wenn es dich nicht motiviert oder du erkennen kannst, dass die Person, der du folgst Dinge erzählt oder anpreist, die unmöglich sind: entfolge solchen Profilen.
  3. Schaue dir gute Gewohnheiten von den Menschen ab, die ihr Ziel erreicht haben oder vermeintlich einfach schlank sind. Schnapp dir ihre guten Tipps, die auch für dich problemlos in deinen Alltag integriert werden können.
  4. Vergiss nie, dass du deinen Weg gehen musst, damit du langfristig Erfolg haben wirst.
  5. Schaue auf das, was du bereits geschafft hast und feiere dich dafür!
Also los: nutze Vergleiche ab sofort positiv für dich und deinen Weg!

 

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